Mika ist doch da

Momentan geht es mir gut, mein Schmetterling, ziemlich gut. Ich fühle mich meistens glücklich. Wer hätte gedacht, dass das irgendwann wieder der Fall sein würde? Ich hätte es nicht geglaubt. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich jemals wieder einen unbeschwerten Tag haben würde, nachdem du fortgehen musstest. Wenn ich in mich hineinfühle merke ich, dass der Schmerz und die Trauer da sind, aber ich spüre sie nicht immer. Sie nehmen nicht mehr so einen großen Teil von mir ein. Sie haben ihre Wurzeln zurückgezogen, ihre Fühler und Tentakel, sie sonst jeden Winkel meines Körpers durchdrungen und mich kontrolliert und ausgefüllt haben, sind fort. Schmerz und Trauer fühlen sich rund an, ein schwarzer kleiner Ball in meiner Mitte, der mich einsaugen könnte, wenn ich ihn zu lange betrachte, der aber nicht mehr groß genug ist um mein Wesen zu bestimmen. Er hat sich irgendwie in meinen Kern integriert und ist jetzt Teil meiner selbst. Wie eine Muschel in die ein Sandkorn gerät, und die irgendwann eine wunderschöne Perle produziert, um gesund zu bleiben, so habe ich Schichten um die Trauer gelegt. Sie ist nicht so schön wie eine Perle, aber sie ist ebenmäßig und rund und sie ruht in mir als wäre sie schon immer dort gewesen. So als gehöre sie dort hin. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann gerate ich wieder in mein altes Dilemma. Ich habe Angst, dass ich dir nicht genug Respekt zolle, wenn ich nicht mehr traurig bin. Jedes Mal wieder sagt mir mein Kopf, dass es Unsinn ist, dass du froh bist, wenn ich froh bin. Dass du nie wolltest, dass ich leide, dass wir leiden, dass du uns leben sehen willst. Leben und lieben und lachen. Aber ich kann es nicht abstellen, dieses schlechte Gewissen dir gegenüber. Liebe ich dich weniger als zuvor? Ganz sicher nicht. Denke ich weniger an dich als zuvor? Ja, vielleicht. Aber nicht weil du mir weniger bedeutest. Ich habe weniger Zeit um nachzudenken als früher. Aber was heißt schon weniger? Du bist jeden Tag in meinen Gedanken, immer noch. Und du wirst es immer sein. Aber meine Gedanken sind anders. Liebevoll und friedlich – zumindest meistens. In meinem Herz ist ein bittersüßes Gefühl wenn ich dein Bild vor Augen habe. Spreche ich weniger von dir? Nein, ganz im Gegenteil. Ich spreche mehr von dir, denn deine Schwester redet über dich. Und vor Kurzem sagte sie mir: Mika ist doch da. Einfach so. Ich hatte sie auf dem Arm und sie hat mich angesehen und sagte: Mika ist doch da.

Mika ist doch da. Ja, das bist du. Du bist da. In meinem Herzen, in meinen Gedanken, auf meiner Zunge. Und sicher auch um mich herum. Und deshalb kann mein schlechtes Gewissen dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Ich bin glücklich und du bist trotzdem da. Ich leide weniger und du bist trotzdem da. Mika ist doch da. Und du bleibt da, mein Schmetterling, du bleibst für immer da wo du hingehörst: Zu uns.

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Herzensverbindung

Zwischen deiner Schwester und dir besteht eine Herzensverbindung, mein Schmetterling. Da bin ich ganz sicher. Wir haben in der Küche zwei Vitrinen, auf denen Fotos von dir stehen, deine Spielzeuge und andere Erinnerungsstücke. Und deine kleine Schwester wollte schon sehr früh, quasi seitdem sie kommunizieren kann was sie sehen möchte, immer zu deinen Bildern. Und sie verhält sich ganz anders als mit vielen anderen Dingen. Sie ist normalerweise das typische kleine Kind. Alles muss in den Mund genommen werden, man muss die Dinge herunterwerfen, gegeneinander schlagen und testen, wie sie funktionieren. Mit deinen Sachen ist das nicht so. Sie weiß instinktiv, dass sie wichtig sind. Sie befühlt sie ganz zart mit einem Finger, viele nimmt sie nichtmal hoch. Streicht federzart über ihre Oberfläche, betastet und staunt. Als wüsste sie, dass es deine sind. Sie winkt dir zu, mein Schmetterling. Winkt deinen Fotos. Sagt aufgeregt: „Da! Da!“, und zeigt auf dich. Sie kennt dich. Schon sehr früh konnte sie sich so verständlich machen, zeigen was sie meint und möchte. Und eines Abends, glaube ich, hat sie dich gesehen. Wir haben über dich gesprochen, sie und ich. Ich habe ihr von dir erzählt, als wir gemeinsam auf dem Sofa saßen. Und plötzlich sagt sie ihr aufgeregtes: „Da! Da!“ Und zeigt hinter mich. Und als ich sie frage: „Ist da dein Bruder? Kommt Mika uns besuchen?“, winkt sie. Winkt hinter mich. Winkt dir zu? Ich frage sie: „Wo ist Mika?“ Und sie zeigt auf die gleiche Stelle. „Da, da.“, sagt sie. Winkt, lacht. Und ich lache auch. Und ich weine ein bisschen. Sie sieht dich, ich kann es leider nicht selbst. Aber das macht nichts. Du hast sie besucht, deine Schwester. Und mich auch. Da bin ich sicher.

Vermischen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich Erinnerungen vermische seitdem deine Schwester da ist. Manchmal weiß ich nicht mehr, welche Bilder in meinem Kopf deine und welche ihre sind. Ich habe viel darüber nachgedacht und es hat mich traurig gemacht, mein Schmetterling. Aber heute habe ich mir die Zeit genommen, deine Bilder anzusehen. Und ich weiß warum ich das Gefühl habe, dass sich die Erinnerungen vermischen. Ihr seid euch unglaublich ähnlich. Lange sah deine Schwester ganz anders aus als du, aber sie wird dir wieder immer ähnlicher. Eure Gesichtsausdrücke, euer Lächeln, der Blick in euren Augen. Es ist unglaublich wie ähnlich ihr euch seid. Die verschmitzte Art wie ihr schaut, sie Begeisterung, dieser Entdeckergeist. Ich sehe all das in ihr wieder und ich bin so unendlich verliebt. Ich habe das so vermisst und deine Schwester gibt es mir zurück, sie schenkt es mir. Die Erinnerungen vermischen sich nicht, sie leben wieder auf. Es ist so, als könnte ich dich in ihren Augen sehen. Deine Schwester ist anders als du, sie ist energischer und wilder und willensstärker. Aber sie ist genau so neugierig und bewundert die Welt. Sie ist genau so lebensfroh. Und diesen Funken, den ich so vermisst habe, den bringt sie in unser Leben zurück. Gott wie ich sie liebe. Ich könnte sie den ganzen Tag bewundern, so wie ich dich bewundert habe. Und noch immer bekomme ich Nachrichten von Menschen, deren Leben sich durch deine Geschichte verändert hat, die andere Wege gegangen sind. Die immer noch jeden Tag an dich denken, auch nach all dieser Zeit. Ich bin so stolz auf dich, mein Schmetterling, unendlich stolz. Du warst, du bist ein wundervolles Kind und ich liebe dich. 

Heilung

Ich beobachte momentan einen Prozess bei mir selbst, und ich beobachte ihn mit gemischten Gefühlen. Mein Schmetterling, ich habe das Glück, Heilung erfahren zu dürfen. Die Heilung einiger Wunden, von denen ich dachte, dass sie sich niemals schließen werden und sie niemals vernarben. Von denen ich dachte, dass sie für immer so sehr schmerzen werden, dass man es kaum ertragen kann. Aber ich darf den Segen von Heilung dieser Wunden spüren.

Der erste große Heilungsprozess bezieht sich auf unsere Stillbeziehung. Ich habe so sehr darum gekämpft, als du klein warst und auch als du im Krankenhaus warst. Das abrupte Ende war ein Trauma extremen Ausmaßes. Ich habe lange, sehr lange darunter gelitten. Deine Schwester heilt diese Wunde. Es mag seltsam klingen, aber weil das Stillen so viel mehr ist als nur die Aufnahme von Nahrung, sowohl für dich als auch für mich, war es mir unerträglich, als es so plötzlich alles vom Krebs zerstört wurde. Ich darf wieder ein Kind stillen. Und ich spüre, dass mein Herz heilt. Ich bin immernoch sehr traurig, dass uns das passiert ist, aber ich kann spüren, dass es mehr eine Narbe wird und weniger eine offene Wunde, die pocht vor Schmerz.

Der zweite Heilungsprozess bezieht sich auf das körperliche Vermissen. Das Vermissen deiner kleinen Berührungen, davon dich zu hören, zu riechen, deine Hände zu halten. Die Berührungen deiner Schwester ermöglichen mir das. Wenn das Vermissen zu arg wird, ich zu traurig werde, dann kann ich sie in den Arm nehmen, ihre kleinen Geräusche hören, sehen wie sie lächelt und ihre Hände halten. Und dann tut es etwas weniger weh. Ich vermisse dich dann noch immer und weine um dich, aber die unerträgliche Körperlichkeit dieses Gefühls vergeht. Und das ist gut.

Zwiegespalten bin ich, weil ich mich immer frage, ob ich heilen DARF. Aber ich habe viel darüber nachgedacht und mein Kopf sagt mir, dass ich es darf. Dass du es willst, dass du deine kleine Schwester zu uns geschickt hast, weil du dir genau das wünschst. Mein Herz zweifelt manchmal. Aber ich rede ihm gut zu. Sage ihm, dass es nicht heißt, dass ich dich vergessen will. Dass es nicht heißt, dass ich nicht mehr um dich trauere. Dass es nicht heißt, dass ich nicht mehr an dich denke. Du bist ein selbstverständlicher Teil dieser Familie und dein Platz wird immer leer bleiben. Du wirst IMMER fehlen. Aber ich denke immer öfter mit mehr Liebe als Trauer an dich. Die Liebe zu dir wird stärker als die Trauer. Sie wächst weiter, obwohl du schon so lang fort bist, viel zu lange. Ich empfinde die Heilung, die ich spüren darf, als ein unendlich großes Geschenk. Als ein Geschenk von dir und deiner Schwester. Und ich bin dankbar dafür. Ich wünsche mir, dass alle Menschen, die dich so schmerzlich Vermissen, spüren dürfen, wie ihre Liebe wächst und stärker wird als die Trauer. Und ich glaube, das wünschst du dir auch.

Entdeckerin

Ein Wunder verliert auch in der Wiederholung nichts von seinem Zauber…

Das steht auf der Danksagung zur Geburt deiner Schwester, mein Schmetterling. Und man könnte es nicht treffender zusammenfassen. Ich bin immer wieder verwundert, erfreut, ja begeistert über die Dinge, die mit ihr passieren. Wenn ich sehe, wie sie sich entwickelt, wie sie immer neue Dinge lernt, wie sie immer mehr versteht, wie die Welt um sie herum funktioniert und wie sie selbst funktioniert, dann kommt in mir eine unglaubliche Bewunderung dafür auf, was für ein Meisterwerk so ein kleiner Mensch ist. Wenn ich sehe, wie sie die Brust von selbst findet, wie sie beginnt sich auf die Seite zu drehen und welche Freude sie daran hat, wenn ich morgens erleben darf, wie sie mich erkennt und sich unbändig freut mich zu sehen, dann werde ich stumm in Anbetracht der Ehrfurcht und der Liebe, die ich empfinde. Sie ist perfekt, genau wie du. Diese kleinen Menschen werden geboren und können schon so viel, wenn man nur hinsieht.

Deine Schwester ist, genau wie du, ein Kind was einen eigenen Kopf hat. Was genau weiß, was es mag und was nicht – auch jetzt schon. Und ich kann all diese Dinge dank dir genau erkennen, sie schätzen und respektieren. Ich kann gelassen sein, wenn sie nicht schlafen will, ich kann sie entspannt begleiten wenn sie weint und ich kann ihr mit ganz viel Verständnis begegnen. Du hast dafür gesorgt, dass wir viel besser vorbereitet sind, viel besser verstehen können warum sie so reagiert wie sie es tut, dass wir sie anerkennen als die Persönlichkeit die sie ist.

Sie lächelt viel und oft, sowohl wenn sie wach ist als auch wenn sie schläft. Sie ist ein fröhliches Kind, genau wie du. Und wenn sie schläft, dann lacht sie oft. Manchmal so laut, dass ich davon wach werde. Ich wette du besuchst sie und spielst mit ihr, machst Faxen mit ihr und erzählst ihr allen möglichen Unsinn. Du hast im Schlaf oft geweint, ganz jämmerlich, und ich konnte dich dabei nicht trösten. Ich konnte dich nur tragen und halten. Ich glaube, dass du im Schlaf so viel geweint hast, weil du schon wusstest, dass du wieder gehen musst. Dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist. Ich glaube du hast um uns getrauert, im Schlaf. Deshalb bin ich froh, dass deine Schwester lacht. Und wenn sie doch mal weint im Schlaf, weil sie etwas verarbeiten muss, dann reicht es sie zu streicheln und ihr zuzureden und es wird besser. Ihr kann man Trost spenden wenn sie schläft. Darüber bin ich froh.

Danke, dass ich durch dich das Wunder deiner Schwester noch viel mehr zu schätzen weiß und dass ich mich noch mehr über jeden kleinen Fortschritt den sie macht freuen kann. Ich kann gemeinsam mit ihr Freude dran haben, wie sie die Welt entdeckt und sich zu eigen macht. Danke, mein Schmetterling.

Neues Jahr – neues Glück

Wieder ist ein neues Jahr angebrochen. Der zweite Jahreswechsel ohne dich, mein Schmetterling. Leider durften wir nie einen Jahreswechsel mit dir erleben. Das neue Jahr bringt hoffentlich neues Glück mit sich. Ich habe gestern Abend im Bett gelegen und es ist etwas wundervolles passiert. Ich habe dort gelegen, neben deiner kleinen Schwester, ihr beim Atmen zugehört und ich habe eine unbändige Freude gespürt, dass sie da ist. Dass ich bei ihr liegen darf. Ich habe ihre kleinen Hände umfasst und in meinem Herz war Frieden. Und das war wundervoll. Ich habe an dich gedacht, in diesem Moment, und trotzdem war dort Frieden. Ich weiß nicht, warum du gehen musstest. Manche Fragen sind zu schwer zu beantworten. Aber ich weiß, dass du deine Aufgabe hattest und dass sie erfüllt gewesen ist. Während ich dies schreibe spüre ich wieder einen Stich der Trauer. Aber das Erlebnis hat mir gezeigt, dass es weiter bergauf gehen wird. Dass es immer wieder Momente geben wird, in denen Freude und Frieden vorherrschen, dass ich irgendwann an dich denken kann und mehr positive als negative Gefühle da sind. Und das nicht nur manchmal, sondern die meiste Zeit. Ich bin zerbrochen, ja. Ich bin gefallen. Und ich werde nie wieder ganz heil sein. Aber ich kann mit meinen Narben, mit meinem gekitteten Herzen, mit der Trauer auf meinen Schultern weiterleben. Deine Schwester ist der Grund, warum es mir viel besser geht als noch vor einigen Monaten. Sie hebt meinen Kopf. Sie beschleunigt meinen Schritt. Sie ist ein Wunder. Ich wünsche mir, dass auch andere Menschen in diesem neuen Jahr ein neues Glück erfahren dürfen. Ich wünsche mir, dass auch andere Menschen Frieden in ihren Herzen spüren dürfen, wenn sie schon lange keinen Frieder mehr gespürt haben. Ich wünsche mir, dass sie ihre eigenen Wunder erfahren dürfen, egal in welcher Form. Genau die Wunder, die sie brauchen, um weiterzumachen, um glücklicher zu werden, um die Last auf ihren Schultern etwas weniger schwer zu spüren. Vielleicht kannst du mithelfen, dass ein paar dieser kleinen Wunder wahr werden, weil du über einige dieser Menschen wachst. Der Frieden in diesem kleinen Moment, im Bett bei deiner Schwester, soll immer größer werden, er soll ein Meer werden. Er soll sich ausbreiten und Sorgen wegspülen, meine und die anderer Menschen. Er soll leuchten und die Dunkelheit aus manchen Herzen vertreiben. Neues Jahr – neues Glück. Und so wünsche ich mir, dass das neue Jahr vielen Menschen Glück bringt.

Weihnachtswunder

Das zweite Weihnachten ohne dich, mein Schmetterling. Es ist kaum zu fassen und noch schwerer zu ertragen, dass du so lange schon fort bist. Viel zu lange. Aber dieses Jahr waren Dinge anders. Wir hatten wieder keinen Baum und haben auch nichts geschmückt, aber nicht mehr weil es uns so sehr widerstrebte wie im letzten Jahr, weil der Schmerz zu unerträglich war, um auch nur ansatzweise Festtagsstimmung aufkommen zu lassen. In diesem Jahr gab es keinen Baum, weil es sich nicht gelohnt hat, weil er hier wegen unserem Umzug nicht lange hätte stehen können. Weil es nicht mehr so richtig gemütlich ist  bei uns zwischen den Kisten. Dieses Jahr war es aber vor allem anders, weil wir nicht mehr allein sind. Wir sind wieder zu dritt. Und auch wenn deine Schwester noch viel zu klein ist, um um den Baum zu laufen, Geschenke auszupacken oder Schokolade mit uns zu essen, so waren wir nicht mehr allein. Und das macht einen riesigen Unterschied. Wir waren trotzdem um dich sehr traurig, wir haben geweint um dich und darüber gesprochen, wie es gewesen wäre, wenn du dieses Jahr bei uns gewesen wärst. Wie schön es gewesen wäre, zu viert zu sein. Wir hätten vielleicht trotzdem einen Baum aufgestellt, im Chaos. Einfach nur für dich. Wir waren hin- und hergerissen zwischen Freude über deine Schwester, die unser kleines großes Weihnachtswunder ist, und Trauer um dich, weil wir dich so sehr vermissen. Vielleicht wird es irgendwann wieder ein Weihnachten ohne Tränen geben, an dem die Trauer mild ist. Aber so lange es so ist wie in diesem Jahr kann ich sagen: ich kann das aushalten. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass es mich zerreißen muss und wird. Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass es besser wäre, keinen weiteren Tag erleben zu müssen, weil er ohne dich sein wird. Unser Weihnachtswunder bringt Heilung. Keine völlige, das kann sie nicht, das kann niemand. Das soll sie auch nicht. Aber sie bringt Linderung für unsere zerbrochenen Herzen, sie bringt Freude. Sie bringt das Gefühl, wieder eine Familie zu sein. Wenn sie auch nie wieder komplett sein wird. Ich hoffe du hast da oben ein schönes Weihnachtsfest, mit deinem Großonkel, deinem Uropi und Heinz, deinem Uropa, deiner Uroma und vielen vielen kleinen Engeln, die von ihren Familien schmerzlich vermisst werden, genauso wie du. Wenn es nicht mehr ganz so kalt ist und deine Schwester noch ein kleines bisschen gewachsen ist, dann fahren wir zu deinem Baum. Und ich bringe dir einen Tannenzweig, wenn ich einen finden kann. Dann hast du auch dort ein bisschen verspätetes Weihnachten. Ich schicke dir tausend Küsse und Umarmungen und ich schicke dir Liebe und Licht. Frohe Weihnachten, mein Schmetterling.