Besondere Momente

Deine Schwester entwickelt sich in der letzten Zeit rasant, mein Schmetterling. Ich empfinde es als unglaubliches Privileg, das erleben zu dürfen. Vor ein paar Tagen ist sie ihre ersten Schritte gelaufen. Und ich muss ehrlich gestehen, ich habe ein paar Tränchen verdrückt, obwohl ich mich was das angeht gar nicht für so sentimental gehalten habe. Aber immer wenn so ein Meilenstein erreicht ist, denke ich auch an dich, und all das, was wir mit dir nicht erleben durften. An all das, was auch du selbst verpasst hast. Das macht mich einerseits sehr traurig, andererseits schätze ich dadurch jeden dieser Momente umso mehr und sehe das Wunder, dass ihnen innewohnt, klar und deutlich. Deine Schwester hat ihren ganz eigenen Kopf, sie probiert sich aus und es ist absolut bewundernswert, wie sie sich die Welt um sich herum zu eigen macht und erschließt. Heute ist etwas passiert, über das ich mich ganz besonders freue. Sprechen tut sie schon lange und sie spricht viel und gut. Man versteht fast alles, was sie sagt. Aber ein Wort hat sie bis jetzt noch nicht gesagt, obwohl es ein Leichtes ist und in ihrem Lautrepertoire schon vorkommen müsste. Deinen Namen. Heute war das erste Mal. Sie hat sich dein Bild angeschaut, hat auf dich gezeigt und gesagt: „Mika“. Ich habe lange darauf gewartet und habe mich bemüht, sie nicht in diese Richtung zu drängen, ihr nicht aufzuladen, wie wichtig mir das war. Aber jetzt hat sie es geschafft, und ich hab mich sehr gefreut. Sie hat mir deinen Namen geschenkt, und ich werde diesen Moment mit all den anderen besonderen Momenten, die mir durch sie geschenkt werden, ganz fest in meinem Herzen behalten.

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Weitergehen nach dem Stillstand

Mein kleiner Schmetterling ich denke jeden Tag so viel an dich. Auch nach all der Zeit, die schon ohne dich vergangen ist, bist du fest in meinen Gedanken. Jeden einzelnen Tag. Heute habe ich den Kleiderschrank deiner Schwester wieder aussortiert. Ihr wachst so schnell, ihr kleinen Wesen. Kaum hat man sich zweimal umgedreht passen viele Dinge nicht mehr. Ich habe heute die letzten Dinge aussortiert, die du noch getragen hast. Sie sind ihr nun zu klein geworden. Das Aussortieren dieser Dinge hatte eine seltsame Endgültigkeit, die schmerzt. Aber es ist ein bittersüßer Schmerz, denn deine Schwester ist jetzt endgültig größer als du warst. Sie wird die Dinge, die dir gehörten, nun nie wieder tragen. Es kommen neue Dinge, größere Dinge. Es ist so viel passiert, was wir mit dir nie erleben durften. Deine Schwester hat ihren ersten Zahn. Sie sitzt. Sie robbt durch die Küche, sie versucht sich am krabbeln. Lange dauert es nicht mehr, dann hat sie es geschafft. Dort wo Stillstand war, bringt sie Fortschritt. Sie durchbricht deine Grenzen. Und es macht mich oft so traurig, aber gleichzeitig so froh. Es ist ein solches Geschenk, diese Dinge erleben zu dürfen. Und auch wenn Wehmut in mir ist, dass mein Baby nun kein Baby mehr ist, ist gleichzeitig auch ganz viel Freude darüber, dass ich diesmal erleben darf, wie mein Baby kein Baby mehr ist. Es ist so, als wäre die Zeit angehalten gewesen, viele Monate, nur um jetzt weiterzulaufen. Als würden wir dort weitermachen, wo wir aufhören mussten, nur irgendwie anders. Wir haben uns so darauf gefreut, mit dir am Tisch zu sitzen. Deine ersten eigenen Mahlzeiten zu erleben, zu sehen wie du lernst zu krabbeln. Deinen ersten Zahn zu sehen, dein erstes Wort zu hören. All das ist uns verwehrt geblieben. Und wir vermissen das, was wir nie kennen lernen durften. Deine Schwester schenkt uns die Möglichkeit, diese besonderen Momente erleben zu dürfen. Und das ist ein Segen, mein Schmetterling. Und irgendwie bist du immer dabei, bei jedem Meilenstein, bei jedem Schritt. Du bist immer mit dabei. Du erlebst diese Dinge mit uns und es fühlt sich für mich ein wenig an, als würde deine Seele gemeinsam mit deiner Schwester weiterwachsen. Als wärst auch du jetzt größer. Und das ist ein schönes Gefühl.

Fragen über Fragen

Deine Schwester wird immer größer, mein Schmetterling. Es ist so seltsam, sie Dinge tun zu sehen, die du nie getan hast. Noch ist sie nicht älter als du, aber sie hat einen anderen Weg der Entwicklung gewählt als du. Sie tut andere Sachen zuerst. Zum Teil Dinge, die  ich bei dir nie gesehen habe. Es ist wunderschön, sie diese Dinge tun zu sehen. Ihre täglichen Fortschritte zu bewundern und sich mit ihr zu freuen, wie sie die Welt immer mehr entdeckt. Gleichzeitig stimmt es mich aber auch traurig, weil es mir immer wieder vor Augen führt, dass ich diese Dinge bei dir nie sehen werde. Ich werde nie hören wie du brabbelst.  Ich werde nie sehen, wie du dich vom Bauch zurück auf den Rücken drehst. Ich erinnere mich noch so gut, wie du dich auf den Bauch gedreht hattest und dort fest gesteckt hast. Nach kurzer Zeit bist du dann ärgerlich geworden, weil du den Weg zurück einfach nicht gefunden hast. Deine Schwester hat bereits entdeckt, dass sie einen großen schweren Kopf hat, der ihr helfen kann. Ich frage mich, ob du ihre Entwicklung mitverfolgst, ob du dabei bist, wenn sie all diese kleinen und großen Meilensteine erreicht. Ich wüsste gerne wer du jetzt wärst. Ich wüsste so gern, wie du jetzt aussehen würdest. Was du mir erzählen würdest. Welche Wünsche du hättest, welche Ideen. Welche Gefühle. Ich wüsste gern was du magst und was du nicht magst. Welche Dinge dir Spaß machen und welche Dinge du blöd findest. Ich wüsste gern, ob du mit deiner Schwester spielen würdest.  Ich hätte so gern gesehen, wie du sie kennenlernst. Wie du dich vielleicht über sie gefreut hättest.  Ich wüsste gerne welche Kleidung du schön findest und welche nicht. Welche Tiere du magst und vor welchen du vielleicht Angst hättest. Wenn ein Kind stirbt bleiben so unendlich viele unbeantwortete Fragen zurück, mein Schmetterling. Nicht nur die Frage nach dem warum, sondern all diese hunderte, tausende Fragen  danach, was für ein Mensch dieses Kind wäre. Deine Schwester lächelt während ich mit dir spreche.  Während ich dir diesen Text erzähle, weil sie in meinem Arm liegt und ich nicht schreiben kann. Ich glaube sie weiß, wie du jetzt bist.  Sie kennt dich in deiner jetzigen Form sicherlich besser als ich. Vielleicht erzählt sie es mir irgendwann. Du sollst wissen, dass ich immer noch jeden Tag an dich denke. Ich bin nicht mehr jeden Tag so traurig, deine kleine Schwester spendet uns sehr viel Freude. Aber du bist immer und immer fest verankert in meinen Gedanken, fest verankert in meinem Herzen. Der Tod trägt dich nur durch eine Tür, die Kraft uns endgültig zu trennen hat er nicht.  Nichts kann das.

Entdeckerin

Ein Wunder verliert auch in der Wiederholung nichts von seinem Zauber…

Das steht auf der Danksagung zur Geburt deiner Schwester, mein Schmetterling. Und man könnte es nicht treffender zusammenfassen. Ich bin immer wieder verwundert, erfreut, ja begeistert über die Dinge, die mit ihr passieren. Wenn ich sehe, wie sie sich entwickelt, wie sie immer neue Dinge lernt, wie sie immer mehr versteht, wie die Welt um sie herum funktioniert und wie sie selbst funktioniert, dann kommt in mir eine unglaubliche Bewunderung dafür auf, was für ein Meisterwerk so ein kleiner Mensch ist. Wenn ich sehe, wie sie die Brust von selbst findet, wie sie beginnt sich auf die Seite zu drehen und welche Freude sie daran hat, wenn ich morgens erleben darf, wie sie mich erkennt und sich unbändig freut mich zu sehen, dann werde ich stumm in Anbetracht der Ehrfurcht und der Liebe, die ich empfinde. Sie ist perfekt, genau wie du. Diese kleinen Menschen werden geboren und können schon so viel, wenn man nur hinsieht.

Deine Schwester ist, genau wie du, ein Kind was einen eigenen Kopf hat. Was genau weiß, was es mag und was nicht – auch jetzt schon. Und ich kann all diese Dinge dank dir genau erkennen, sie schätzen und respektieren. Ich kann gelassen sein, wenn sie nicht schlafen will, ich kann sie entspannt begleiten wenn sie weint und ich kann ihr mit ganz viel Verständnis begegnen. Du hast dafür gesorgt, dass wir viel besser vorbereitet sind, viel besser verstehen können warum sie so reagiert wie sie es tut, dass wir sie anerkennen als die Persönlichkeit die sie ist.

Sie lächelt viel und oft, sowohl wenn sie wach ist als auch wenn sie schläft. Sie ist ein fröhliches Kind, genau wie du. Und wenn sie schläft, dann lacht sie oft. Manchmal so laut, dass ich davon wach werde. Ich wette du besuchst sie und spielst mit ihr, machst Faxen mit ihr und erzählst ihr allen möglichen Unsinn. Du hast im Schlaf oft geweint, ganz jämmerlich, und ich konnte dich dabei nicht trösten. Ich konnte dich nur tragen und halten. Ich glaube, dass du im Schlaf so viel geweint hast, weil du schon wusstest, dass du wieder gehen musst. Dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist. Ich glaube du hast um uns getrauert, im Schlaf. Deshalb bin ich froh, dass deine Schwester lacht. Und wenn sie doch mal weint im Schlaf, weil sie etwas verarbeiten muss, dann reicht es sie zu streicheln und ihr zuzureden und es wird besser. Ihr kann man Trost spenden wenn sie schläft. Darüber bin ich froh.

Danke, dass ich durch dich das Wunder deiner Schwester noch viel mehr zu schätzen weiß und dass ich mich noch mehr über jeden kleinen Fortschritt den sie macht freuen kann. Ich kann gemeinsam mit ihr Freude dran haben, wie sie die Welt entdeckt und sich zu eigen macht. Danke, mein Schmetterling.

Neues Jahr – neues Glück

Wieder ist ein neues Jahr angebrochen. Der zweite Jahreswechsel ohne dich, mein Schmetterling. Leider durften wir nie einen Jahreswechsel mit dir erleben. Das neue Jahr bringt hoffentlich neues Glück mit sich. Ich habe gestern Abend im Bett gelegen und es ist etwas wundervolles passiert. Ich habe dort gelegen, neben deiner kleinen Schwester, ihr beim Atmen zugehört und ich habe eine unbändige Freude gespürt, dass sie da ist. Dass ich bei ihr liegen darf. Ich habe ihre kleinen Hände umfasst und in meinem Herz war Frieden. Und das war wundervoll. Ich habe an dich gedacht, in diesem Moment, und trotzdem war dort Frieden. Ich weiß nicht, warum du gehen musstest. Manche Fragen sind zu schwer zu beantworten. Aber ich weiß, dass du deine Aufgabe hattest und dass sie erfüllt gewesen ist. Während ich dies schreibe spüre ich wieder einen Stich der Trauer. Aber das Erlebnis hat mir gezeigt, dass es weiter bergauf gehen wird. Dass es immer wieder Momente geben wird, in denen Freude und Frieden vorherrschen, dass ich irgendwann an dich denken kann und mehr positive als negative Gefühle da sind. Und das nicht nur manchmal, sondern die meiste Zeit. Ich bin zerbrochen, ja. Ich bin gefallen. Und ich werde nie wieder ganz heil sein. Aber ich kann mit meinen Narben, mit meinem gekitteten Herzen, mit der Trauer auf meinen Schultern weiterleben. Deine Schwester ist der Grund, warum es mir viel besser geht als noch vor einigen Monaten. Sie hebt meinen Kopf. Sie beschleunigt meinen Schritt. Sie ist ein Wunder. Ich wünsche mir, dass auch andere Menschen in diesem neuen Jahr ein neues Glück erfahren dürfen. Ich wünsche mir, dass auch andere Menschen Frieden in ihren Herzen spüren dürfen, wenn sie schon lange keinen Frieder mehr gespürt haben. Ich wünsche mir, dass sie ihre eigenen Wunder erfahren dürfen, egal in welcher Form. Genau die Wunder, die sie brauchen, um weiterzumachen, um glücklicher zu werden, um die Last auf ihren Schultern etwas weniger schwer zu spüren. Vielleicht kannst du mithelfen, dass ein paar dieser kleinen Wunder wahr werden, weil du über einige dieser Menschen wachst. Der Frieden in diesem kleinen Moment, im Bett bei deiner Schwester, soll immer größer werden, er soll ein Meer werden. Er soll sich ausbreiten und Sorgen wegspülen, meine und die anderer Menschen. Er soll leuchten und die Dunkelheit aus manchen Herzen vertreiben. Neues Jahr – neues Glück. Und so wünsche ich mir, dass das neue Jahr vielen Menschen Glück bringt.

Weihnachtswunder

Das zweite Weihnachten ohne dich, mein Schmetterling. Es ist kaum zu fassen und noch schwerer zu ertragen, dass du so lange schon fort bist. Viel zu lange. Aber dieses Jahr waren Dinge anders. Wir hatten wieder keinen Baum und haben auch nichts geschmückt, aber nicht mehr weil es uns so sehr widerstrebte wie im letzten Jahr, weil der Schmerz zu unerträglich war, um auch nur ansatzweise Festtagsstimmung aufkommen zu lassen. In diesem Jahr gab es keinen Baum, weil es sich nicht gelohnt hat, weil er hier wegen unserem Umzug nicht lange hätte stehen können. Weil es nicht mehr so richtig gemütlich ist  bei uns zwischen den Kisten. Dieses Jahr war es aber vor allem anders, weil wir nicht mehr allein sind. Wir sind wieder zu dritt. Und auch wenn deine Schwester noch viel zu klein ist, um um den Baum zu laufen, Geschenke auszupacken oder Schokolade mit uns zu essen, so waren wir nicht mehr allein. Und das macht einen riesigen Unterschied. Wir waren trotzdem um dich sehr traurig, wir haben geweint um dich und darüber gesprochen, wie es gewesen wäre, wenn du dieses Jahr bei uns gewesen wärst. Wie schön es gewesen wäre, zu viert zu sein. Wir hätten vielleicht trotzdem einen Baum aufgestellt, im Chaos. Einfach nur für dich. Wir waren hin- und hergerissen zwischen Freude über deine Schwester, die unser kleines großes Weihnachtswunder ist, und Trauer um dich, weil wir dich so sehr vermissen. Vielleicht wird es irgendwann wieder ein Weihnachten ohne Tränen geben, an dem die Trauer mild ist. Aber so lange es so ist wie in diesem Jahr kann ich sagen: ich kann das aushalten. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass es mich zerreißen muss und wird. Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass es besser wäre, keinen weiteren Tag erleben zu müssen, weil er ohne dich sein wird. Unser Weihnachtswunder bringt Heilung. Keine völlige, das kann sie nicht, das kann niemand. Das soll sie auch nicht. Aber sie bringt Linderung für unsere zerbrochenen Herzen, sie bringt Freude. Sie bringt das Gefühl, wieder eine Familie zu sein. Wenn sie auch nie wieder komplett sein wird. Ich hoffe du hast da oben ein schönes Weihnachtsfest, mit deinem Großonkel, deinem Uropi und Heinz, deinem Uropa, deiner Uroma und vielen vielen kleinen Engeln, die von ihren Familien schmerzlich vermisst werden, genauso wie du. Wenn es nicht mehr ganz so kalt ist und deine Schwester noch ein kleines bisschen gewachsen ist, dann fahren wir zu deinem Baum. Und ich bringe dir einen Tannenzweig, wenn ich einen finden kann. Dann hast du auch dort ein bisschen verspätetes Weihnachten. Ich schicke dir tausend Küsse und Umarmungen und ich schicke dir Liebe und Licht. Frohe Weihnachten, mein Schmetterling.

Viel Spaß

Heute möchte ich von Mikas neuestem Zeichen erzählen.  Die Zeichen sind in der letzten Zeit weniger geworden. Ich habe davon schon oft gehört und nehme an, dass es normal ist. Trotzdem macht man sich seine Gedanken, fragt sich warum das so ist, ob es dafür einen Grund gibt, ob das Kind noch da ist.  Zweifel kommen auf. Auch wenn das natürlich Unsinn ist.  Ich habe mir vorher viele Gedanken darüber gemacht, ob Mika wohl bei der Geburt seiner Schwester anwesend sein wird, ob er an unserer Seite sein wird um sie in dieser Welt zu begrüßen.  Ich habe es mir sehr gewünscht, aber ich wollte auch nicht zu sehr darauf hoffen. Denn wenn man zu sehr hofft, wird man leicht enttäuscht.  Aber Mika war da, das hat er mir ganz deutlich gezeigt. Von Mikas besondere Freundin habe ich ja schon erzählt.  Die kleine Maya, die einen Draht zu ihm hat.  Die mit ihm spricht, auf ihre Art und Weise. Und die er sich ausgesucht hat, um mit mir zu sprechen.  Maya war baden an dem Abend, als Mikas kleine Schwester sich langsam auf den Weg gemacht hat.  Und nach dem Baden ist sie zu ihrer Mama gekommen  und hat ihrer Mama gesagt, sie soll mir viel Spaß wünschen.  Das hat die Mama auch gemacht.  Ein bisschen irritiert, aber sie hat es ausgerichtet. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht gewusst hat, war das die Wehen kurz davor eingesetzt hatten.  Zu diesem Zeitpunkt waren sie alle 6 Minuten und die Geburt  kam langsam in den Fluss.  Und auch wenn ich erst nicht verstanden habe, wieso es ausgerechnet viel Spaß ist, was mir gewünscht wird, so wusste ich doch sicher, von wem diese Nachricht kommt.  Ich habe mich so sehr darüber gefreut. Mein Schmetterling ist nicht fort. Mein Schmetterling ist da. Und er war da, als seine Schwester zur Welt kam. Vielleicht hat er seine Uroma mitgebracht.  Vielleicht haben sie gemeinsam gewartet, bis das neue kleine Leben das Licht der Welt erblickt hatte.  Ich habe danach viel über die Wortwahl nachgedacht, da gebären für mich von Spaß ziemlich weit entfernt ist. Habe mich gefragt, ob das wohl der Humor des Schmetterlingspapas ist, der da durchkommt.  Aber vielleicht war es auch einfach ganz ernst gemeint. Dass es darum geht, Freude zu empfinden, wenn ein neues Leben auf die Welt kommt. Dass es darum ging, die Geburt an sich zu vergessen und auf das Ziel zu schauen.  Ich werde sicher irgendwann die Gelegenheit bekommen, dich das zu fragen mein Schmetterling. Bis dahin warte ich und bin froh und dankbar, dass du mir so deutlich gezeigt hast, dass du an meiner Seite warst. Du kennst meine Zweifel, ganz bestimmt. Und wieder hast du alles in Bewegung gesetzt, um mir zu zeigen: ich bin da.