Erinnerungskiste

Lange Zeit lag deine Erinnerungskiste in einem Karton. Lange Zeit haben wir sie nicht mehr in der Hand gehabt, mein Schmetterling. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass wir ja umgezogen sind und mein Zimmer noch nicht fertig war, deshalb gab es keinen Schrank in dem sie liegen konnte und sie ist mir für eine lange Zeit nicht mehr ins Auge gefallen. Und dabei ist etwas passiert. Ich habe Angst vor ihr bekommen.

Bisher fühlte es sich nie schlecht an, diese Dinge zu sehen. Sie versetzten mir einen Stich, aber ich konnte damit umgehen. Ich war daran gewöhnt. Und das bin ich nun nicht mehr. Als sie vor einiger Zeit dann hervorgeholt wurde, weil dein Schmetterlingspapa etwas suchte, konnte ich sie nicht sehen. Sie stand auf dem Tisch und ich konnte sie nicht anschauen, wollte nicht. Hineinsehen wollte ich schon gar nicht, allein die Hülle tat mir weh. Dabei kenne ich alles was darin ist, kenne jeden Inhalt wie mich selbst. Ich verstehe nicht, warum sie mir so bedrohlich vorkam. Ich habe meine Jacke auf sie gelegt, damit ich sie nicht sehen muss. Konnte sie nicht einmal selbst wegräumen. Ich war ein Feigling, brachte es nicht über mich, mich dem zu stellen. Und seither beschäftigt es mich. Dein Schmetterlingspapa räumte die Kiste dann wieder weg, als er merkte, dass sie mir wehtat, aber ich bekomme es nicht aus meinem Kopf.

Ich hatte nie Angst vor deinen Dingen. Womit ich nicht umgehen konnte war eine unkontrollierte Konfrontation, aber diese Gegenstände sind mir alle vertraut. Warum also tun sie mir plötzlich so weh? Ich bin nicht instabiler als sonst. Ich bin wie immer immer mal wieder sehr traurig, aber wie seit längerer Zeit komme ich ansonsten gut zurecht. Ich denke sehr oft an dich, viele Male jeden Tag, aber meistens mit einer bittersüßen Mischung aus Trauer und Liebe. Aus der Kiste strömte nur Trauer. Und das konnte ich nicht aushalten.

Ich glaube ich werde mir Zeit nehmen müssen, mein Schmetterling, Zeit mit deinen Dingen. Zeit für dich. Ich werde mir einen Augenblick für mich nehmen müssen, um die Kiste zu öffnen, um sie wieder vertrauter zu machen und ihr ihre Bedrohlichkeit zu nehmen. Um all deine Dinge in die Hand zu nehmen und sie in meinem Herzen neu zu bewegen, bis sie wieder ihren Platz gefunden haben. Denn sie gehören hierher, sie gehören zu dir und damit gehören sie auch zu mir. Ich muss keine Angst vor ihnen haben. Aber das muss ich offenbar erst neu wieder lernen. Die Zeit heilt keine Wunden. Zu viel Zeit schafft nur neue.

Werbeanzeigen

Verzerrung

Wenn ich an dich denke, mein Schmetterling, und das tue ich oft, dann schieben sich oft die gleichen Bilder vor mein inneres Auge. Du, wie du im Krankenhaus in deinem viel zu großen Bett liegst. Du, wie du am Abend des letzen Tages in meinen Armen lagst, wie ich dich hielt und für dich sang, während deine Seele sich auf die Reise machte. Du, wie du dalagst, als das Leben aus dir gewichen war, wie nur deine Hülle übrig war. Und diese Bilder tun weh. Ich kann nicht verstehen, wieso es immer und immer diese sind. Du warst so viel mehr, du bist so viel mehr als das. Uns verbindet so viel mehr als das. Es gibt hunderte, tausende Erinnerungen, ebenso wichtig und viel schöner. Du, wie du nach deiner Geburt auf meinem Bauch lagst und deinen Kopf hobst, neugierig in die Welt schauend mit deinen wunderbar klaren, blauen Augen. Du, wie du neben der Wanne in deiner Wippe liegst während ich dusche, deine Fische bestaunst und deine leisen, weichen Geräusche von dir gibst. Du, wie du in meinem Arm schläfst, matt vom trinken, satt und zufrieden. Du, wie du geborgen im Tuch bist, ganz nah bei mir, verträumt meinem Herzschlag lauschend, wunderbar warm und geborgen. Du, wie du glucksend und spielend auf deiner Decke liegst und mit deinen kleinen Händen die Welt entdeckst. Und doch, was mein Kopf mir zeigt sind immer nur die Bilder, die schmerzen. Soll das alles sein, was von all den Momenten bleibt? Ich möchte das nicht. Alles sträubt sich dagegen. Daran muss ich wohl arbeiten, und den stechenden und schneidenden Bildern die schönen Bilder entgegensetzen. Aus den schönen Erinnerungen eine Mauer bauen und sie den entsetzlichen entgegenstellen. Meinem Kopf beibringen, dass das nicht alles ist, was zählt. Dass nicht die negativen Gefühle die wichtigen sind, sondern dass die positiven Gefühle ebenso wichtig sind, ebenso bedeutsam. Dass wir diese Momente ebenso erinnern müssen. Du bist ein wunderschönes Kind, mein Schmetterling, und es wird dir nicht gerecht, dich dahinsiechend zu erinnern, krank und sterbend. Du bist ein leuchtendes Bündel an Lebensfreude, du strahlst hell und klar. Du bist ein wundervoller, perfekter kleiner Junge, und das ist es, was mein trauriger Kopf mir zeigen sollte. Das ist es, was ich sehen möchte. Die Bilder sollen geprägt sein vom Leben. Der Tod kam früh genug.

Herzensverbindung

Zwischen deiner Schwester und dir besteht eine Herzensverbindung, mein Schmetterling. Da bin ich ganz sicher. Wir haben in der Küche zwei Vitrinen, auf denen Fotos von dir stehen, deine Spielzeuge und andere Erinnerungsstücke. Und deine kleine Schwester wollte schon sehr früh, quasi seitdem sie kommunizieren kann was sie sehen möchte, immer zu deinen Bildern. Und sie verhält sich ganz anders als mit vielen anderen Dingen. Sie ist normalerweise das typische kleine Kind. Alles muss in den Mund genommen werden, man muss die Dinge herunterwerfen, gegeneinander schlagen und testen, wie sie funktionieren. Mit deinen Sachen ist das nicht so. Sie weiß instinktiv, dass sie wichtig sind. Sie befühlt sie ganz zart mit einem Finger, viele nimmt sie nichtmal hoch. Streicht federzart über ihre Oberfläche, betastet und staunt. Als wüsste sie, dass es deine sind. Sie winkt dir zu, mein Schmetterling. Winkt deinen Fotos. Sagt aufgeregt: „Da! Da!“, und zeigt auf dich. Sie kennt dich. Schon sehr früh konnte sie sich so verständlich machen, zeigen was sie meint und möchte. Und eines Abends, glaube ich, hat sie dich gesehen. Wir haben über dich gesprochen, sie und ich. Ich habe ihr von dir erzählt, als wir gemeinsam auf dem Sofa saßen. Und plötzlich sagt sie ihr aufgeregtes: „Da! Da!“ Und zeigt hinter mich. Und als ich sie frage: „Ist da dein Bruder? Kommt Mika uns besuchen?“, winkt sie. Winkt hinter mich. Winkt dir zu? Ich frage sie: „Wo ist Mika?“ Und sie zeigt auf die gleiche Stelle. „Da, da.“, sagt sie. Winkt, lacht. Und ich lache auch. Und ich weine ein bisschen. Sie sieht dich, ich kann es leider nicht selbst. Aber das macht nichts. Du hast sie besucht, deine Schwester. Und mich auch. Da bin ich sicher.

Flashbacks

Heute möchte ich von Flashbacks erzählen, mein Schmetterling. Flashbacks und Erinnerungen sind nämlich zwei verschiedene Dinge. Erinnerungen sind gebunden an die Vergangenheit. Flashbacks sind ein Einbrechen der Vergangenheit in die Gegenwart. Eine Erinnerung kann man bis zu einem gewissen Grad kontrollieren, ein Flashback liegt außerhalb jeder Kontrolle. Eine Erinnerung hat häufig einen erkennbaren Auslöser, wenn sie präsent wird. Ein Flashback kann gefühlt völlig ohne Vorwarnung auftreten. Erinnerung können schon sehr intensiv sein, Sie können viele Sinneseindrücke beinhalten. Aber gegen ein Flashback ist eine Erinnerung ein vergilbtes Foto in einem blind gewordenen Rahmen. Ein Flashback trifft dich wie ein Güterzug aus dem Nichts. Ich möchte darüber sprechen, weil ich vor ein paar Nächten plötzlich das große Missvergnügen hatte, wieder nach langer Zeit eines erleben zu müssen. Flashbacks sind die Hölle. Sie sind bildgewordener Schmerz. Ich habe nur versucht einzuschlafen, ich habe an nichts bestimmtes gedacht. Und plötzlich, völlig ohne Vorwarnung, völlig ohne vorherigen negativen Gedanken, ohne eine negative Emotion, kamen die Bilder. Kamen die Gefühle. Kamen alle Sinneseindrücke. Alles auf einmal. Alles. Jedes Detail scharf, jede Einzelheit grell wie eine Neonreklame. Alle Geräusche, alle Gerüche, jede kleine Einzelheit. Man kann sich das kaum vorstellen. Die Intensität ist nicht auszuhalten. Man erinnert nicht. Man ist. Man befindet sich in genau der Situation, zu genau dem Zeitpunkt. Alle Kontrollmechanismen sind dahin. Der emotionaler Schmerz eines solchen Flashbacks hat eine Stärke, die extreme körperliche Reaktionen auslöst. Das Herz beginnt zu rasen, Hitze entsteht, der Atem geht angestrengt und laut. Der Schmerz ist so intensiv dass man schreien möchte, aber da liegt ein Kind, ein kleines Kind welches schlafen möchte, deshalb öffnet man nur seinen Mund. Der Schrei bleibt stumm, aber in seiner Stille ist er trotzdem unglaublich laut, unglaublich rau, er tut weh, der Mund bleibt weit offen, weil man ihn vor lauter Schmerz nicht schließen kann. Und dann entsteht doch ein Geräusch, ein leises, ein stöhnen in dem alle Last der Welt steckt, jämmerlich, unmenschlich. Die Hände krallen sich in die Laken, um einen Rest an Kontrolle zu behalten. Die Augen brennen, sie sind heiß und laufen über. Es tut weh, alles tut weh, alles. Alles. Die Welt brennt. Das Herz zerbricht wieder und wieder in 1000 Stücke, wie ein Film in dem jemand zurückspult um die selbe Szene immer und immer wieder anzusehen. Ich sehe dich wie du stirbst, ich sehe alles. Ich fühle alles, ich rieche und schmecke alles. Es ist grell und laut und furchtbar. Es ist keine Erinnerung, es ist die Gegenwart. Es ist jetzt. Es passiert jetzt. In diesem Moment. Und im nächsten. Und im nächsten. Und ich erlebe es wieder und wieder, ich sterbe mit dir wieder und wieder. Bis es plötzlich ein Ende hat, ebenso plötzlich wie es kam. Und ich liege im Bett, nass vor lauter Schweiß, mein Herz schlägt schnell und mein Atem geht schwer und hart. Langsam, ganz langsam finde ich meine Ruhe wieder. Ich fühle in meine Erschöpfung hinein und finde die Ruhe in ihr. Und dann schlafe ich endlich ein, der gnädige Schlaf erspart mir weitere Gedanken. Und im Schlaf gehe ich zu dir und nichts tut weh. Alles ist gut bei dir. Und am nächsten Morgen ist das Flashback nur ein Schatten aus der Vergangenheit.

Auch das ist eine Seite der Trauer, mein Schmetterling, und es ist eine der schlimmsten. Ich wünsche mir, dass das für lange Zeit das letzte Mal gewesen ist und dass die Vergangenheit zumindest was das angeht in der Vergangenheit bleibt.

Vermischen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich Erinnerungen vermische seitdem deine Schwester da ist. Manchmal weiß ich nicht mehr, welche Bilder in meinem Kopf deine und welche ihre sind. Ich habe viel darüber nachgedacht und es hat mich traurig gemacht, mein Schmetterling. Aber heute habe ich mir die Zeit genommen, deine Bilder anzusehen. Und ich weiß warum ich das Gefühl habe, dass sich die Erinnerungen vermischen. Ihr seid euch unglaublich ähnlich. Lange sah deine Schwester ganz anders aus als du, aber sie wird dir wieder immer ähnlicher. Eure Gesichtsausdrücke, euer Lächeln, der Blick in euren Augen. Es ist unglaublich wie ähnlich ihr euch seid. Die verschmitzte Art wie ihr schaut, sie Begeisterung, dieser Entdeckergeist. Ich sehe all das in ihr wieder und ich bin so unendlich verliebt. Ich habe das so vermisst und deine Schwester gibt es mir zurück, sie schenkt es mir. Die Erinnerungen vermischen sich nicht, sie leben wieder auf. Es ist so, als könnte ich dich in ihren Augen sehen. Deine Schwester ist anders als du, sie ist energischer und wilder und willensstärker. Aber sie ist genau so neugierig und bewundert die Welt. Sie ist genau so lebensfroh. Und diesen Funken, den ich so vermisst habe, den bringt sie in unser Leben zurück. Gott wie ich sie liebe. Ich könnte sie den ganzen Tag bewundern, so wie ich dich bewundert habe. Und noch immer bekomme ich Nachrichten von Menschen, deren Leben sich durch deine Geschichte verändert hat, die andere Wege gegangen sind. Die immer noch jeden Tag an dich denken, auch nach all dieser Zeit. Ich bin so stolz auf dich, mein Schmetterling, unendlich stolz. Du warst, du bist ein wundervolles Kind und ich liebe dich. 

Eins

Gestern hat jemand etwas schönes geschrieben, mein Schmetterling. Ich habe darüber erzählt, wie wir versuchen werden, dich bei der Geburt deiner Schwester dabei zu haben, so als wärst du auch körperlich dagewesen. Und als ich so darüber erzählt habe, was unsere Pläne sind, schrieb mir jemand: „Ihr seid alle eins.“ Ich habe darüber nachgedacht und überlegt, dass es stimmt. Auf der körperlichen Seite allein schon. Deine kleine Schwester ist noch in meinem Bauch, deshalb sind wir eins. Und du, mein Schmetterling, mein wunderbarer kleiner Junge, du bist fest in meinem Herzen. Aber sie meinte noch etwas anderes. Sie schrieb mir: „Mika ist Energie. Mika ist immer da. Immer.“ Diese wenigen Worte haben mich tief berührt und mich wieder zum Nachdenken gebracht. Als rational denkender und recht wissenschaftlich verwurzelter Mensch habe ich früher so meine Probleme mit dem Leben nach dem Tod gehabt. Warum sollte es weitergehen, wenn der Körper, der doch die Basis unseres Seins darstellt und notwendig ist, damit wir funktionieren, vergeht? Aber ich habe gelernt, dass Energie nicht verschwinden kann. Sie kann sich nur umwandeln. Und ein Mensch explodiert geradezu vor Energie, sowohl körperlich als auch geistig. Viele Aktivitäten können wir gar nicht sehen. Wenn zum Beispiel jemand wie Stephen Hawking an ALS leidet, so mag man von außen denken, dass da keine Energie ist, denn er bewegt sich nicht wirklich, er spricht nicht. Aber sein Geist ist unglaublich wach und aktiv. Immer wieder hat die Wissenschaft Dinge entdeckt, von denen die Menschheit vorher dachte es gäbe sie nicht, schlicht weil wir sie nicht sehen, nicht darstellen konnten. Das Higgs-Boson beispielsweise können wir nach wie vor nicht sehen. Trotzdem wissen wir inzwischen, dass es da ist, weil Nachweise gefunden wurden, die sich nur durch seine Existenz erklären lassen. Ebenso dachten die Menschen früher, dass es Radioaktivität nicht gäbe, einfach weil wir sie noch nicht kannten, sie nicht darstellen konnten. Es wurde viel zum Tod geforscht, mein Schmetterling, und es gibt Hinweise darauf, dass der Tod nicht das Ende ist. Spannenderweise gibt es selbst in unserem Körper Gene, die erst aktiv werden, wenn wir gestorben sind. Nahtoderfahrungen geben Anhaltspunkte, auch wenn für vieles davon auch Alternativerklärungen in Betracht kommen. Es gibt die Zeichen unserer Liebsten, die sich oft nicht gut wegerklären lassen. Natürlich wird man einen eingefleischten Skeptiker niemals überzeugen können. Aber ich habe meine Skepsis abgelegt, als ich dem Tod Auge in Auge begegnet bin. Das passiert oft, habe ich gehört. Du bist Energie, mein Schmetterling. Die Energie, die du mitgebracht hast, kann nicht verschwunden sein. Es ist physikalisch nicht möglich. Sie kann sich nur umgewandelt haben. Und in welcher Form auch immer du existierst – du bist da. Energie ist überall. Sie durchdringt alles. Und so finde ich Trost in den Worten, die mir geschrieben wurden. Wir haben viele materielle Erinnerungen geschaffen, die mir unendlich viel bedeuten. Aber auch wenn ich sie nicht hätte – du bist immer da. Immer. Wir sind alle eins.

Gesellschaft im Himmel

Vorgestern ist ein neuer Engel zu dir geflogen, mein Schmetterling. Aber was erzähle ich dir, ich bin sicher du hast sie ohnehin abgeholt. Deine Uroma ist jetzt bei dir. Sie hatte das gleiche Monster wie du im Körper, nur eine andere Sorte. Und auch wenn es bei ihr nicht direkt dieses Monster war, dass ihr am Ende die Kraft geraubt hat, so war es doch verantwortlich dafür, denn sie musste operiert werden und seitdem ging es ihr nicht mehr richtig gut. Du hast sie bestimmt zwischendurch besucht, wenn es ihr schlecht ging. Sie hat so viel um dich geweint, mein Schmetterling, sie hat dich so vermisst und mit deinem Schicksal gehadert. Und auch wenn sie immernoch die rüstige, pragmatische und liebenswerte alte Dame war, so war sie auch müde geworden, nachdem du fortgeflogen bist. Ich glaube vielleicht ist das so, wenn man selbst ein sehr schönes Alter erreichen darf und dann erleben muss, wie ein Kind geht. Sie war keine Frau der großen Worte, aber sie hat dich sehr lieb gehabt und viel, viel an dich gedacht. Bis zum Schluss. Sie war eine Kämpferin, so wie du. Hat sich nach dem schweren Eingriff gut wieder hoch gekämpft. Wir haben ihr noch von deiner Schwester erzählt und ich glaube sie hätte sie bestimmt gern noch kennengelernt. Aber am Ende war die Müdigkeit größer. Ich bin sicher ihr seid jetzt zusammen, vielleicht hat sie dich im Arm. Ich bin sicher, du hast sie gebührend empfangen und sie ist im Himmel von Liebe umgeben, so wie sie hier auch geliebt wurde. Jetzt muss sie niemanden mehr vermissen. Ich wette ihr Mann ist auch da und sie sehen sich endlich wieder. Die einzigen, die sie noch eine Weile vermissen müssen sind wir, die noch hier sind. Ich bin sehr traurig, aber ich bin auch froh. Froh, dass ich sicher sein kann, dass sie bei dir ist, mein Schmetterling. Froh, dass sie nicht länger krank und erschöpft sein muss, dass sie frei ist. Wirklich tot ist nur, wer vergessen wurde. Und so werden wir sie, wie dich und all die anderen, die vor dir schon gehen mussten, im Herzen tragen. Drück sie mal fest von mir, mein Schmetterling, und sag ihr, dass ich sie sehr lieb habe. Vielleicht kommt ihr ja zusammen mal vorbei, wenn deine kleine Schwester auf die Welt kommt.