Stolz

Heute mein Schmetterling, möchte ich dir sagen wie stolz ich auf dich bin. Und dabei denke ich nicht an die Dinge, die mich sowieso schon unendlich stolz auf dich machen: Deinen tapferen Kampf, deine Gelassenheit in Anbetracht dessen, was um dich herum an schlimmen Dingen geschah, dein liebenswertes Lächeln bis zum Schluss als du deinen letzten Weg antreten musstest. Ich denke auch nicht an deine schnelle Entwicklung, die mich stolz gemacht hat wie jede Mutter, an all das was du in so kurzer Zeit gelernt hast obwohl du schon so krank warst, oder an deine fast schon unheimliche emotionale Intelligenz. Das sind alles Dinge, die du schon weißt. Heute denke ich an das, was du im Moment, ja jetzt, bewegst. Du veränderst Herzen, das weißt du. Es ist Teil deiner Aufgabe gewesen, ganz bestimmt. Du veränderst Sichtweisen. Aber es passiert noch mehr.

Du bringst die Menschen dazu, zu handeln. Und das macht mich so stolz auf dich, dass ich gar nicht weiß, wie ich es dir sagen soll. Ein kleine Mensch mit einem kurzen Leben, ein Wimpernschlag im Vergleich zu der Zeit, die du verdient hättest. Ich möchte dir erzählen, was gerade passiert. Auch wenn du es vielleicht sowieso weißt. Du hast mitbekommen, wie wir den Verein in deinem Namen gegründet haben, welche Startschwierigkeiten wir hatten und wie schwierig es ist, eine gute Sache voranzutreiben. Aber das haben wir inzwischen fast komplett hinter uns gelassen. Es ist Wochenende, die Menschen haben Zeit. Und wenn du genau hinhörst, kannst du das Rattern von Nähmaschinen hören. Denn es wird gearbeitet. Für dich. Und für andere Kinder wie dich, die einen schweren Kampf kämpfen müssen. Wegen dir sitzen heute liebe Menschen vor ihren Maschinen und nähen kleine Tröster für Kinder mit Leukämie. Wegen dir haben sich andere Menschen hingesetzt und uns Stoffe geschickt. Wegen dir haben Menschen Geld in die Hand genommen und an uns weitergegeben. Damit wir helfen können, wo Hilfe gebraucht wird.

Du bist nicht mehr hier. Du bist einen Schritt durch die Tür gegangen und Gott weiß, wie sehr ich dich vermisse, wie oft ich um dich weine, wie traurig ich oft bin. Aber du machst mich auch jetzt noch so stolz. Du bist ein großartiger kleiner Mensch und ich liebe dich.Danke, dass du bei mir warst. Danke, dass du Dinge bewegst. Danke, dass du hilfst, die Welt besser zu machen. Und danke an alle Menschen, die deine Geschichte in ihr Herz gelassen haben und deshalb mit an Bord sind.

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Geschafft!

Mein Schmetterling, wir haben es geschafft. Endlich. Seit Februar haben wir darum gekämpft, zusammen mit lieben Menschen an unserer Seite, dass wir in deinem Namen Gutes tun dürfen. Aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam und als Laie kennt man oft die Feinheiten nicht, die einem ein schnelles Durchkommen ermöglichen. Aber nach drei Runden Wiedereinreichungen, langen Bearbeitunsgzeiten (wobei ich schon gehört habe das ging eigentlich noch fix) und viel Frustration ist es so weit:

Dein und unser Verein, SchMIKAling e. V. ist als gemeinnützig anerkannt worden! Ich bin so froh und so stolz. Jetzt muss nur noch eine kleine Formalität erledigt werden, wir müssen ins Register eingetragen werden, und dann geht’s los. Pläne gibt es schon viele. Besonders am Herzen liegt mir die geplante Nähaktion für krebskranke Kinder.

Dein Sternengeburtstag rückt immer näher und es ist nicht einfach, gar nicht einfach. Aber Dinge wie diese schaffen es, uns durch die schwere Zeit zu bringen und uns Hoffnung zu geben. DU hast das geschafft, mein Schatz, mein Schmetterling. Ohne dich, ohne dein Leben, deine Krankheit und dein Sterben, hätte es den Verein nie gegeben. Mal sehen wie vielen Menschen wir helfen können. Und jeder wird erfahren, dass du es bist, deine Geschichte, die ihnen die Hilfe bringt. Das ist das schönste Denkmal der Welt, dass man etwas Gutes hinterlässt. Und wer weiß, vielleicht mag dein Geschwisterchen irgendwann weitermachen, wenn wir zu alt sind oder uns zu dir auf den Weg gemacht haben.