Geschafft!

Mein Schmetterling, wir haben es geschafft. Endlich. Seit Februar haben wir darum gekämpft, zusammen mit lieben Menschen an unserer Seite, dass wir in deinem Namen Gutes tun dürfen. Aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam und als Laie kennt man oft die Feinheiten nicht, die einem ein schnelles Durchkommen ermöglichen. Aber nach drei Runden Wiedereinreichungen, langen Bearbeitunsgzeiten (wobei ich schon gehört habe das ging eigentlich noch fix) und viel Frustration ist es so weit:

Dein und unser Verein, SchMIKAling e. V. ist als gemeinnützig anerkannt worden! Ich bin so froh und so stolz. Jetzt muss nur noch eine kleine Formalität erledigt werden, wir müssen ins Register eingetragen werden, und dann geht’s los. Pläne gibt es schon viele. Besonders am Herzen liegt mir die geplante Nähaktion für krebskranke Kinder.

Dein Sternengeburtstag rückt immer näher und es ist nicht einfach, gar nicht einfach. Aber Dinge wie diese schaffen es, uns durch die schwere Zeit zu bringen und uns Hoffnung zu geben. DU hast das geschafft, mein Schatz, mein Schmetterling. Ohne dich, ohne dein Leben, deine Krankheit und dein Sterben, hätte es den Verein nie gegeben. Mal sehen wie vielen Menschen wir helfen können. Und jeder wird erfahren, dass du es bist, deine Geschichte, die ihnen die Hilfe bringt. Das ist das schönste Denkmal der Welt, dass man etwas Gutes hinterlässt. Und wer weiß, vielleicht mag dein Geschwisterchen irgendwann weitermachen, wenn wir zu alt sind oder uns zu dir auf den Weg gemacht haben.

Mika – Challenge: Teil 55

MIKA – Challenge: Tag 302

Heute bin ich dankbar, dass ich es geschafft hab, mich um Zwischenmenschliches zu kümmern, dass eine ganze Zeit liegen blieb. Sowas passiert ja leider schnell, da bekommt man eine Nachricht und antwortet nicht sofort, weil man zum Beispiel keine Zeit hat, und dann vergisst man es. Oder man wollte sich schon die ganze Zeit bei jemandem melden, aber immer wenn man dran denkt, passt es gerade nicht. Ich bin dankbar, dass die meisten Menschen Verständnis für so etwas haben und sich freuen, wenn man es dann doch endlich schafft 🙂

MIKA – Challenge: Tag 303

Heute bin ich dankbar, dass die Tochter von Freunden, die viele Wochen zu früh auf die Welt kam, sich so prächtig entwickelt hat. Die Kleine Maus hatte es echt nicht einfach, aber sie hat sich toll durchgekämpft und man merkt ihr nichts mehr davon an, dass sie die „verlorene“ Zeit erst mühsam wieder aufholen musste. Wie viele Frühchen hat sie zwar öfter Husten etc., aber das ist auch so ziemlich das einzige, was sich noch nicht ausgewachsen hat. Kinder sind tolle Kämpfer und sie schaffen fast alles, wenn man sie dabei unterstützt.

MIKA – Challenge: Tag 304

Heute bin ich für verschiedene Sachen dankbar.
Als erstes bin ich dankbar, dass man unser Folgewunder jetzt auch von außen spüren kann. Zwar noch selten, aber es kommt schon vor. Nicht mehr lange und der Papa kann auch mal in den Genuss kommen.
Zum zweiten bin ich dankbar, weil ich heute im Geburtshaus war und gesehen habe, dass Mikas Bild zwischen den Bildern von all den anderen Kindern hängt. Das hat mich froh gemacht. Er hat dort seinen Platz. Und das unabhängig davon, ob er am Leben ist oder schon weitergegangen ist.
Und zum dritten bin ich dankbar für eine sehr gute Nachricht, die wir heute erhalten haben. 🙂 manchmal fiebert man einer Sache ganz lange entgegen und auf einmal ist sie da 🙂

MIKA – Challenge: Tag 305

Heute bin ich dankbar, dass ich von seit langer Zeit wieder was von einer guten Freundin gehört habe. Zwischenzeitlich hatte ich schon das Gefühl, dass es sich vielleicht verlaufen könnte und das wäre sehr schade gewesen. Umso mehr freue ich mich, dass ich eine liebe Nachricht bekam und sich die Funkstille aufgeklärt hat.

MIKA – Challenge: Tag 306

Heute bin ich dankbar, dass ich ganz spontan die Möglichkeit hatte, für Mika in der Kirche eine Kerze anzuzünden. Wir waren im Rahmen einer Stadtführung und die Stelle war sehr schön. Generell gibt es in dieser Kirche interessante Ansätze. So kann zum Beispiel jeder Dinge die ihn bewegen oder Probleme die er hat aufschreiben und in einen Postkasten werfen. Jeden Monat werden die dann angeschaut und es werden Antworten auf die Anliegen und Probleme gesucht und in der Kirche aufgehängt. So kann man dann nachschauen.
Außerdem bin ich dankbar, dass eine liebe Freundin nicht sauer war, obwohl ich in alter Tradition schon wieder ihren Geburtstag vergessen habe. Das passiert mir leider ständig. Egal ob ich es mir aufschreibe oder nicht… Umso froher bin ich, dass es ihr nichts ausgemacht hat.

Der letzte Tag

Heute vor einem Jahr ist der letzte normale Tag gewesen. Und es tut weh. Sich vorzustellen, dass wir dachten die Welt sei noch heil, auch wenn sie für dich gar nicht mehr heil war, mein Schmetterling. Ich kann mich noch so gut an den Tag erinnern. Dir ging es nicht gut, du hast viel gejammert. Wie es deine Art war hast du nicht geweint, aber du hast den ganzen Tag gestöhnt, immer wieder. Ich habe dich getragen und getragen, den ganzen Tag haben wir dich getragen und ich weiß noch wie ich gesagt habe: Wenn das jetzt noch ein paar Tage so weitergeht, werde ich verrückt. Seit Mittwoch ging es dir nicht so gut, es war inzwischen Samstag und die Nerven wurden dünner. Aber wir dachten ja es wäre alles weil es so heiß war und du die Pneumokokkenimpfung bekommen hattest. Mittwoch und Donnerstag hattest du erhöhte Temperatur, aber es wurde besser und wir dachten, das wären noch Nachwirkungen. Wir lagen so falsch.

Ich hatte mir extra einen Ringsling gekauft, mit Bambus für die warmen Tage, und du hast ihn an dem Tag ausprobiert. Das erste und einzige Mal. Er liegt auf dem Dachboden und verstaubt. Wir sehen beide ganz schön fertig aus, die Wärme und die Anstrengung. Aber so warst du zufrieden. Immerhin. Warst nah bei mir oder bei deinem Papa und konntest deine Schmerzen besser aushalten.

Mika im Ringsling

Wenn ich nur gewusst hätte, warum du so viel gejammert hast. Dann hätte ich es niemals anstrengend gefunden.

Heute morgen, im dämmern zwischen Schlafen und Wachen, hab ich an dich gedacht und die Bilder kamen hoch, die letzten Stunden aus dem Krankenhaus. Wie schlecht es dir ging, aber wie tapfer du warst. Und der Schmerz, dich verloren zu haben, war wieder so frisch wie direkt danach. So körperlich.

Ich vermisse dich, mein Schmetterling. Mein geliebtes Kind. Mein Mika. Ich vermisse dich mehr als Worte sagen können und ich vermisse dich mehr, als ich aushalten kann. Dein Geschwisterchen ist ganz ruhig in mir, es kann die Schmerzen fühlen und es tut mir leid, dass es das auch aushalten muss. Manchmal stößt es mich an, ganz zart. Vielleicht möchte es mir sagen: ich bin bei dir. Ich hätte mir so gewünscht alles wäre anders gekommen. Du hättest nur einen Infekt gehabt und ihr könntet bald zusammen spielen. Aber so ist es nicht.

In etwas mehr als 24 Stunden, am 12. Juli gegen 15 Uhr wussten wir dann, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Der Anfang vom Ende. Der Anfang des Kampfes, der Angst, der Tränen. Ich vermisse dich und ich liebe dich. Ich wünschte ich hätte dir mehr abnehmen können. Aber es gibt Kämpfe, die muss man allein ausfechten, wir konnten dich nur mit all unserer Liebe begleiten. Ein kleines Stück, bis deine Seele sich verpuppt hat, in einem zarten Kokon, und mit wunderschönen Flügeln wieder hervorgekommen ist.