Mika – Challenge: Teil 54

MIKA – Challenge: Tag 297

Heute bin ich dankbar für einen weiteren Schritt auf dem Weg der Verarbeitung. Ich hatte in der Nacht, in der Mika starb, einen Schlafanzug an, der seitdem unberührt im Schrank lag. Ich habe es nicht über mich gebracht, ihn zu tragen, weil Mika in meinen Armen starb, während ich ihn trug. Heute habe ich mir ein Herz gefasst. Das Gefühl ist ein bisschen seltsam. Ich bin traurig und ich denke an vieles was in der Nacht passiert ist. Viele Erinnerungen sind sehr lebhaft. Aber ich fühle mich auf eine bittersüße Art und Weise mit ihm verbunden. Ich kann ihn vor mir sehen und ich kann seinen Atem hören. Ich kann mich selbst beobachten wie ich dort saß. Und auch wenn es keine schönen Erinnerungen sind, so sind es doch die letzten, die ich von meinem Kind habe. Deshalb sind sie wichtig. Und deshalb ist es gut und wichtig, diesen Schritt gegangen zu sein.

MIKA – Challenge: Tag 298

Heute bin ich dankbar, dass eine Freundin trotz eines stressigen und langen Tages heute extra noch schnell für mich zur Post gehetzt ist, um mich aus einer misslichen Lage zu retten. Und das obwohl auf ihren normalen Arbeitstag heute noch eine Einheit draufgekommen ist. Das ist sehr viel wert und ich weiß das sehr zu schätzen, besonders weil ich weiß, dass sie eigentlich mit sich selbst schon mehr als genug zu tun hat.

MIKA – Challenge: Tag 299

Heute bin ich dankbar, dass ich seit zwei Wochen das erste mal wieder Sport machen konnte. Das ging zwar auch nur mithilfe eines Medikaments, aber immerhin. Ich hoffe, dass das Mittel mir ab jetzt übelkeitsfreie Tage beschert und ich wieder zu meiner normalen Routine übergehen kann. Und auch wenn Sport an sich mir keinen Spaß macht, ist der Abbau von Stresshormonem doch sehr wichtig für mich und ich habe mich danach sehr wohl gefühlt.

MIKA – Challenge: Tag 300

Puh, 300 Tage Challenge. Das ist eine ganze Menge. Der Rest wird ein Klacks sein im Vergleich zu dem, was schon geschafft ist. Heute bin ich für mehrere Sachen dankbar. Einmal bin ich dankbar für das Medikament was ich bekommen habe und was offenbar gut anschlägt, so dass ich wieder normal leben kann. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr Übelkeit einen einschränken kann. Ich habe wirklich nur noch gelegen. Zwar konnte ich immer mal wieder aufstehen, aber musste mich dann auch oft schnell wieder hinlegen. Die Kenntnisse der Medizin machen es mir möglich, wieder normal meinen Tag zu verbringen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Außerdem bin ich dankbar dafür, dass mir heute wieder gezeigt wurde, dass immer noch Menschen mit mir gemeinsam um Mika traurig sind. Es ist wichtig zu sehen, dass ich damit nicht alleine bin. Du fehlst kleiner Mann.

MIKA – Challenge: Tag 301

Heute bin ich dankbar für ein Stück Technik, dass es mir ermöglicht, selber zu Hause die Herztöne unseres Babys zu hören. Durch alles was passiert ist, ist mein Sicherheitsbedüfnis gestiegen und das ist eine tolle Möglichkeit, sich schnell Klarheit zu verschaffen, wenn es mal länger ruhig beim Mitbewohner ist. Vor allem ist das preislich echt erschwinglich, sodass man nicht lange überlegen muss, ob das wirklich nötig ist. Bei Mika brauchte ich sowas nicht, aber das Urvertrauen hat sich mit den Geschehnissen verabschiedet. Gut, dass man da Abhilfe schaffen kann.

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