Mika – Challenge: Teil 23

MIKA – Challenge: Tag 116

Heute bin ich dankbar, dass ich meine alljährliche Ausmist-Aktion so gut wie hinter mich gebracht habe. Es tut irgendwie gut, sich von den Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht. Und es ist auch schön, danach wieder etwas Ordnung im Schrank zu haben. Trotzdem ist es eine recht unliebsame Aufgabe, die man oft vor sich her schiebt. Ballast abzuwerfen kann manchmal wirklich gut sein. Und mit materiellem Ballast legt man oft auch emotionalen Ballast ab.

MIKA – Challenge: Tag 117

Die Zeit bis Weihnachten ist sehr schwer und wird immer schwerer. Es gibt so viele Dinge an die man in dieser Zeit denkt und es gibt so viele Dinge, die man gern anders hätte als sie sind. Deshalb bin ich gerade dankbar, dass die Zeit bis Weihnachten somit Programm voll gepackt ist, dass ich wenig Zeit haben werde nachzudenken und mich hängen zu lassen. Ich werde einfach busy sein bis alles vorbei ist und dafür bin ich dankbar.

MIKA – Challenge: Tag 118

Heute bin ich dankbar, dass wir es geschafft haben ohne allzu große Trauer unser neuestes Familienmitglied zu besuchen. Es war schwierig und wir haben uns eine ganze Zeit lang nicht getraut, aber heute waren wir da und die kleine ist goldig.

MIKA – Challenge: Tag 119

Heute bin ich dankbar für eine sehr produktive Kooperation, die ich momentan am laufen habe. Es gibt Leute, mit denen kann man einfach sehr gut zusammenarbeiten und die mit einem arbeitstechnisch auf einer Wellenlänge liegen. Mit solchen Leuten kann man innerhalb von kurzer Zeit sehr viel schaffen und trotz der vielen Arbeit eine sehr gute Zeit haben. Ich bin dankbar, mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten, denn das ist nicht selbstverständlich.

MIKA – Challenge: Tag 120

Heute bin ich dankbar für einen tollen Tag, den ich in Dortmund hatte und dafür, dass wir es trotz der Entfernungen, die uns trennen geschafft haben uns zu sehen (wenn auch leider nicht alle dabei sein konnten). Die Termine müssen zwar immer ewig im Voraus bestimmt werden, aber es lohnt sich.

MIKA – Challenge: Tag 121

Heute bin ich dankbar, dass ich jetzt bald etwas frei haben werde. Ich habe momentan jeden Tag mehr das Gefühl, eine Pause zu brauchen. Ich werde dauernd wach und denke es ist Wochenende, da aber ist es noch mitten in der Woche. Irgendwie habe ich das Gefühl ich brauche ein bisschen Zeit zum verschnaufen und ich bin sehr dankbar, dass ich sie jetzt bald haben werde. Manchmal muss man einfach seine Akkus wieder aufladen, bevor man weitermachen kann.

MIKA – Challenge: Tag 122

Heute bin ich dankbar, dass meine Kolleginnen und ich heute einfach alles mit etwas Humor nehmen konnten. Es lief heute einfach gar nichts. Direkt morgens ist ein Server kaputt gegangen, die Hälfte der Leute konnte sich nicht auf ihren Rechnern einloggen, bei der anderen Hälfte lief es holprig. Auf einmal ging die Tastatur nicht mehr, Programme waren schrecklich langsam… Einfach ein Tag zum abgewöhnen. Statistische Berechnung die gemacht werden sollten klappt natürlich erst recht nicht. Aber das schöne ist, dass wir uns gar nicht geärgert haben. Wir fanden es einfach total albern und zum Lachen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn es ist sehr leicht sich über so etwas aufzuregen.

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Weihachten mit Schmetterling

Heut ist Weihnachten. Das erste ohne dich. Es wäre auch das erste mit dir gewesen. Ich hatte mir alles so anders vorgestellt. Ich habe leuchtende Augen in meiner Vorstellung gesehen, wenn wir die Lichter am Christbaum anmachen. Ich habe mir vorgestellt, wie du den Christbaumschmuck anleckst, während wir den Baum schmücken, und ich dir immer wieder Sachen wegnehmen muss, weil du zwischen uns herumkrabbelst und an allem teilhaben willst. Ich hatte mir vorgestellt, wie ich ein Geschenk für dich verpacke und du es dann aufreißt. Das Geschenk wäre dir egal gewesen, ganz bestimmt, aber das Papier – das hättest du sicher toll gefunden. Ich habe mir unser erstes Weihnachten als Familie großartig und wunderbar vorgestellt. Jetzt ist es das schlimmste Weihnachten meines Lebens. Wir haben keinen Baum, was soll ein Baum ohne dass du da bist um ihn zu sehen? Wir haben auch keine Geschenke. Für wen denn? Wir haben kein besonderes Essen, denn das tollste Essen der Welt schmeckt heute nicht, so ohne dich. Andere Familien sitzen zusammen und feiern Weihnachten, sie lachen und sie streiten sich IMG_0210vielleicht. Wir sind heut zu einem kleinen Baum gefahren. Haben dir einen Tannenzweig auf dein Grab gelegt. Tannenzweige auf einem Kindergrab sind wohl das Gegenteil von Geschenken unter dem Weihnachtsbaum. Ich verstehe nicht, wie das alles passieren konnte. Und warum. Mein Herz tut so weh heute. So unendlich weh. Ich vermisse dich unendlich. Aber auch heute haben wir ein Zeichen von dir bekommen. Als wir von deinem kleinen Baum zurück fuhren haben wir ein Foto geschickt bekommen. Wir haben noch gestern eine Freundin besucht, die dich sehr fest in ihr Herz geschlossen hat. Sie hat Besuch bekommen. Am 24. Dezember. Wunderbaren Besuch, direkt vor dem Fenster. Denn ein kleiner Schmetterling kam zu ihr, und das Bild von ihr zu uns. Danke, mein Schmetterling, dass du uns nicht allein lässt an diesem Tag. Und auch wenn wir heute Abend keinen Baum haben und keine Geschenke, haben wir eine helle Kerze, die vor deinem Bild brennt. Und eine zweite helle Kerze, die deine geliebte kleine Seele in unseren Herzen angezündet hat.IMG_0211

Mika – Challenge: Teil 22

MIKA – Challenge: Tag 112

Heute mag die Challenge wieder etwas verwirrend sein. Heute bin ich nämlich dankbar dafür, dass mir jemand schrieb, dass sie heute einen traurigen Tag hat. Warum ist man für so etwas dankbar? Ich bin dankbar, weil Mika ein Grund ist, dass sie einen traurigen Tag hat. Und weil ich so weiß, dass auch andere Leute um Mika traurig sind. Ich weiß, dass nicht wir allein um unseren kleinen Mann trauern. Ich weiß so, dass er von vielen vermisst wird. Und besonders bei dieser Person, die Mika nur so kurz gekannt hat, bedeutet das wir besonders viel. Weil es mir zeigt, dass er die Fähigkeit hatte, ein Herz innerhalb von sehr kurzer Zeit zu berühren. Dafür bin ich sehr dankbar.

MIKA – Challenge: Tag 113

Heute bin ich sehr dankbar, dass ich noch ein paar neue Bilder von Mika sehen durfte. Bald bekommen wir ein ganzes Set von Bildern, die ich noch gar nicht gesehen habe. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich nie damit gerechnet hätte, noch einmal Bilder zu sehen, die mir unbekannt sind. So etwas ist unendlich wertvoll in einer solchen Zeit. Ich bin für jedes einzelne neue Bild sehr dankbar. So viele wertvolle Erinnerungen.

MIKA – Challenge: Tag 114

Heute bin ich für mehrere Sachen dankbar. Einmal dafür, dass ich letzte Nacht von Mika geträumt habe. Ich wusste auch im Traum, dass er tot ist, aber er wird trotzdem bei mir und er war glücklich und hat gelächelt und gelacht. Ich war sehr glücklich im Traum und ich war auch noch glücklich als ich wach wurde. Dafür bin ich dankbar. Und dann bin ich dankbar für den schönen Sternenkindergottesdienst, den das Klinikum Minden organisiert hat. Die Menschlichkeit des Personals war wieder sehr spürbar. Der Chefarzt der Kinderonkologie hat im Gottesdienst Solo gesungen, die Oberärztin hat geweint und wir wurden zur Begrüßung direkt von ganz vielen Mitgliedern des Personals in den Arm genommen. Einen Dämpfer gab es, zusätzlich zur ohnehin schon sehr traurigen Stimmung, denn der kleine Paul, den wir auf der Station kennenlernten als wir mit Mika da waren, hat es leider nicht geschafft. Er ist am 1. Dezember zu den Engeln geflogen. Aber ich bin dankbar zu wissen, dass er jetzt bei Mika ist. Vielleicht spielen die beiden zusammen. Der Gottesdienst war sehr bewegend und wir haben Kerzen für alle Sternenkinder angezündet und Mika wurde auch namentlich genannt. Ich bin sehr dankbar, dass das Klinikum sich eine solche Mühe damit gemacht hat.

MIKA- Challenge: Tag 115

Heute bin ich dankbar für die tolle Sekretärin, die wir auf unserer Arbeit haben. Sie ist ein ganz lieber und mitfühlender Mensch, hat Mika sehr lieb gehabt und ist auch mit zu seinem Baum gekommen um ihn zu besuchen. Jeden Morgen wechsle ich als erstes ein paar Worte mit ihr und so fängt der Tag gleich gut an. Mika ist meistens bei ihr geblieben, wenn ich mal kurz ins Bad gehen musste, und sie hat sich immer sehr gefreut. Mika hat sich auch sehr wohl gefühlt bei ihr. Sie ist die gute Seele unserer Arbeit und ich bin sehr froh, dass es sie gibt.

Mika – Challenge: Teil 21

MIKA – Challenge: Tag 106

Heute bin ich dankbar für den tollen Tag, den wir bei der lieben Jessica und Ihrer Familie hatten. Es gab lecker Essen und ein Kuschelbaby gab es noch dazu. Diesmal musste ich auch nicht direkt bei dem Anblick heulen, das ist auch schon viel wert.

MIKA – Challenge: Tag 107

Heute bin ich dankbar, dass ich es geschafft habe, eine kleine Mikakiste zu machen. Überall in meinem Schrank lagen Karten. Glückwunschkarten zur Geburt. Beileidskarten. Außerdem alle möglichen anderen Sachen. Holzbuchstaben für an Mikas Tür, die Seifenblasenpistole aus dem Krankenhaus. Die gemalten Bilder für ihn. Heute habe ich es alles zusammen geräumt und in eine schöne Kiste gepackt. Ich habe die Sachen früher oft angesehen, mich aber nicht getraut, sie aufzuräumen, weil ich Angst hatte, alles wieder in die Hand zu nehmen. Ich bin dankbar, dass ich es heute gewagt habe.

MIKA – Challenge: Tag 108

Heute bin ich dankbar, für die wunderbare Idee, die jemand in der Mika Gruppe hatte. Eine Mama hat dort vorgeschlagen, ihre eigene Sicht auf die ganze Geschichte für den Blog aufzuschreiben. Und die Rolle, die das ganze für ihre Sicht der Welt spielt. Das finde ich eine ganz tolle Idee und ich freue mich schon sehr darauf, die ganzen Geschichten zu lesen und in den Blog zu stellen. Ich bin sehr dankbar für diesen tollen Vorschlag und bin gespannt auf die Geschichten, die daraus entstehen werden.

MIKA – Challenge: Tag 109

Heute bin ich dankbar, für die vielen positiven Rückmeldungen, die ich zu dem Blog bekommen habe und zu meinem Plan, das ganze zu veröffentlichen. Besonders wenn man sich im Internet herumtreibt, erfährt man eigentlich eher das Gegenteil. Negative Kommentare sind an der Tagesordnung. Kritik bekommt man häufig von von allen Seiten. Umso dankbarer bin ich, dass ich so viele positive Kommentare erhalten habe. Aber Mika kann man auch einfach nur lieb haben.

MIKA – Challenge: Tag 110

Heute bin ich dankbar, dass ich endlich eine sehr schwierige, langwierige und ätzende statistische Analyse für meine Diss hinter mich gebracht habe. Das war längst überfällig, aber ich habe es bisher immer hinten angestellt und lieber etwas anderes gemacht. Jetzt kann ich das wenigstens endlich von meiner Agenda streichen, nachdem es jetzt bestimmt seit einem ja drauf stand und immer wieder aufgeschoben wurde.

MIKA – Challenge: Tag 111

Heute bin ich gleich für mehrere Sachen dankbar. Einmal für ein ganz liebes Paket, was wir heute bekommen haben. Meine Arbeitskollegin hat sich Gedanken darüber gemacht, wie sie uns in der Adventszeit eine Freude machen kann und es ist ihr sehr gut gelungen. Und das zweite ist, dass uns ein kleines Weihnachtswunder passiert ist. Wir hatten eigentlich überhaupt gar keine Lust auf Weihnachten und wollten Heiligabend ausfallen lassen. Aber jetzt haben wir doch einen Grund, uns zu freuen. Dafür sorgt eine Gruppe von ganz lieben Frauen, die sich seit Mikas Tod um uns kümmern.

Schwarze Gedanken

Ich glaube alle Eltern mit Sternenkindern haben schwarze Gedanken. Ich hatte viele davon und sie begannen schon, noch bevor du deinen letzten Weg angetreten hast, kleiner Schmetterling. Eigentlich spricht man über so etwas nicht – leider. Ich will mit dem Tabu brechen, wie ich mit vielen Tabus gebrochen habe, seitdem du weg bist. Ich bin eines morgens wach geworden und der schwarze Gedanke saß feist hinter meiner Stirn. „Wenn ich dich  nicht mehr mit nach Hause nehmen kann, wenn wir nicht gemeinsam hier aus dem Krankenhaus herauskommen, dann muss ich mich umbringen.“ Es steckte keine Wertung darin. Es war eine Feststellung. Ebenso wertungsfrei wie „der Himmel ist blau“. Nachdem du davongeflogen warst wollte ich nichts mehr, als dir hinterherzugehen. Wann immer ich eine schwierige Phase in meinem Leben hatte und schwarze Gedanken kamen, war es immer der Gedanke an meine Familie und ihr Leid, der mich dazu brachte, die Gedanken fortzuschieben. Im Krankenhaus betrachtete ich den schwarzen Gedanken von allen Seiten, drehte und wendete ihn, und ich fühlte nur Gleichgültigkeit. Das machte mir Angst. Nachdem du deine Flügel bekommen hattest, hatte ich keinen Hunger, keinen Durst, diese Bedürfnisse waren einfach nicht mehr da. Ich fragte mich, welches Signal mein Körper mir damit geben wollte. Dass ich nicht mehr weitermachen soll? Dass es okay ist, sich von schwarzen Gedanken umarmen zu lassen? Ich habe mit vielen Eltern von Sternenkindern gesprochen. So gut wie alle kennen diese schwarzen Gedanken, in unterschiedlicher Intensität. Sie alle kennen das Gefühl, nur hinterher zu wollen. Dass einem der Rest einfach egal ist. Es ist erschreckend, vor allem weil man nie darüber sprechen darf. Hinter vorgehaltener Hand. Leise und flüsternd, wenn überhaupt. Ich habe dazu keine Lust mehr. Ja. Ich habe daran gedacht, mein Leben zu beenden. Viele Male. Die Verzweiflung bringt das mit sich, die Trauer bringt es mit sich. Aber ich habe es nicht getan. Warum nicht?

Unsere Kinder wollen nichts weniger als das. Du warst so ein lebensfroher, fröhlicher Junge, mein Schmetterling, mein Mika. Du hättest nicht gewollt, dass ich dir hinterherfliege. Du willst, dass ich lächle. Du willst, dass ich glücklich bin. Unsere Kinder wünschen sich, dass wir wieder froh werden. Sie wünschen sich, dass wir wieder die Sonne in unsere Herzen lassen und die Dinge für sie erleben, die sie selbst nicht mehr erleben können. All die Sommer, die ihnen verwehrt bleiben. All die Blumen und Schmetterlinge, die Schwimmbadbesuche, die Geburtstage, den Mondschein, die Lieder und die Kirschen. Und Millionen Sachen mehr. Sie erleben diese Dinge durch uns und dafür brauchen sie uns. Und ein weiterer Faktor kommt für mich ganz persönlich noch hinzu. Ich bin sicher, dass ich dich wiedersehen werde, nachdem ich sterbe, kleiner Schmetterling. Aber ich weiß nicht, ob ich dich auch dann treffen darf, wenn ich verfrüht hinterhergegangen bin, und ob du vielleicht traurig bist, wenn wir uns sehen und ich komme zu früh. Vielleicht ist es albern. Vielleicht auch nicht. Aber die anderen Gründe sind noch wichtiger.

Schwarze Gedanken sind normal. Sie sind menschlich. Sie werden durch den Tod empfangen und geboren werden sie aus Trauer und Verzweiflung. Aber der Gedanke an unsere Kinder, an ihre Lebensfreude und ihr Lachen, schiebt sie fort, wie der Wind die Wolken. Nimm weiterhin meine schwarzen Gedanken und puste sie fort, mein Schmetterling, so wie du es immer tust.

Kämpfer

Du warst so stark, mein Schmetterling.  Du hast immer gekämpft wie ein Löwe, warst unendlich tapfer bis zuletzt und hast alles so gut weggesteckt. So duldsam ertragen. Du bist mit dem Tumor gewachsen, hast ihm all die Zeit die Stirn geboten, bis es nicht mehr ging. Und selbst dann noch hast du dich nicht unterkriegen lassen. Hast nach dem Erbrechen einfach weitergespielt, alle OPs über dich ergehen lassen, all die Schmerzen, ohne viel zu weinen. Hast dich immer erholt. Bist immer wieder hochgekommen, bis zuletzt. Du warst so ein unendlich starkes Kind. Wir sind an deiner Seite gewesen, aber der Kampf war der Deine. Wir konnten nur neben dir laufen und dich anfeuern. Dir den Schweiß von der Stirn tupfen. Deine Wunden küssen und dich in den Schlaf wiegen, wenn du Erholung brauchtest. Wir konnten den Kampf nicht für dich kämpfen. Und du hast den Kampf nicht aus Mangel an Kraft und Tapferkeit verloren. Du warst stark, unendlich stark. Nur die Medizin war schwach. Die Forschung war schwach. Der Fortschritt war zu schwach. Es war dein Kampf. Jetzt ist es unser Kampf geworden. Jeden Tag kämpfen wir. Gegen die Trauer. Gegen das Vermissen. Gegen das Gefühl, alles hinschmeißen zu wollen manchmal. Gegen das Vergessen. Wir kämpfen für dich. Wir sind nicht so stark wie du, längst nicht so stark. Aber immer wenn ich denke ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr und ich bin müde, dann denke ich an dich. Denke an deine Tapferkeit und deinen Kampf. An dein Lächeln im Angesicht des Todes und daran, wie du durchgehalten hast. Und so halte ich auch durch. Jeden Tag. Im Gedenken an dich. Was hilft es dir, wenn ich aufgeben? Was hilft es mir? Du würdest es nicht wollen. Du hast mir vorgemacht, wie es geht. Es ist okay, traurig zu sein. Man darf müde sein und man darf weinen. Aber dann muss man weitermachen. Wieder aufstehen. Einen Fuß vor den anderen setzen. Nicht zu weit nach vorn schaun, nicht den ganzen Berg ansehen, der vor einem liegt, sondern immer nur den nächsten Schritt. Einen kleinen, und dann noch einen. So kommt man langsam voran. Und irgendwann, nachdem es lange bergauf ging, steil und schwer war, wird auch mal wieder ein leichter Tag kommen, einer mit Rückenwind. Einer mit Lachen und Schmetterlingen. Einer, an dem man durchatmen kann. Dein Kampf ist jetzt unser Kampf. Und wir werden ihn kämpfen, bis es so weit ist und wir dich wieder in die Arme schließen dürfen.

Mika – Challenge: Teil 20

MIKA – Challenge: Tag 100

Puh, 100 Tage Mika Challenge. Etwas mehr als ein Viertel eines Jahres. Heute bin ich dankbar, dass ich es bis hierhin schon durchgehalten habe. Ich habe nicht die Kraft verloren. Ich habe an jedem Tag irgendetwas gutes gefunden. Und ich bin mir ganz sicher, dass ich auch an allen folgenden Tagen etwas gutes finden kann. Ob ich es nun im Rahmen der Challenge aufschreibe, oder wenn die Challenge beendet ist einfach nur wahrnehme. Jeder Tag bringt irgendetwas Gutes mit sich. Manchmal ist es etwas ganz kleines, manchmal ist es aber auch etwas großes. Wir müssen nur die Augen aufmachen. Ich bin dankbar, dass ich den Weg bis hierhin geschafft habe.

MIKA – Challenge: Tag 101

Heute bin ich dankbar, dass ich mir manche Sachen einfach sparen kann. Früher habe ich oft gedacht, wir müssen dies oder wir müssen jenes, selbst wenn ich überhaupt keine Lust auf bestimmte Sachen hatte. Heute weiß ich: wir müssen erst mal gar nix. Sterben irgendwann. Essen und schlafen vielleicht auch. Alles andere ist optional. Und wenn ich mal einen miesen Tag habe, und Dinge anstehen wo ich denke ich müsste jetzt, kann ich mir ganz bewusst sagen: nee. Muss ich nicht. Und im Zweifel kann heute alles bleiben wo der Pfeffer wächst. Dann fühlt man sich auf einmal gar nicht mehr so unter Druck gesetzt. Und bringt vielleicht plötzlich trotzdem die Energie auf, die unliebsamen Dinge zu tun. Nicht weil man müsste. Sondern weil man dann vielleicht doch will.

MIKA – Challenge: Tag 102

Heute bin ich dankbar, dass sich so viele Leute entschlossen haben, für die Adventszeit im Dezember die Mika – Challenge aufzunehmen und mitzumachen. Ich finde es wunderbar, dass so viele Leute sich überlegen wollen, was ihnen in ihrem Alltag an Schönem und Guten widerfährt. Auch wenn ich weiß, dass es einigen von ihnen momentan gar nicht leicht fällt.

MIKA – Challenge: Tag 103

Heute bin ich dankbar für das wunderschöne Bild, das wir heute bekommen haben. Es ist ein Glückskleeblatt mit vier Blättern und Mikas Schmetterling. Ich habe mich so sehr darüber gefreut. Ich hoffe, dass es uns viel Glück bringen wird. Und dass die Familie, die es uns geschickt hat, auch ganz viel Glück haben wird. Sie kann es nämlich gut gebrauchen.Glücksklee

MIKA – Challenge: Tag 104

Gestern habe ich das erste Mal für einen kurzen Moment an Mika denken können und nichts gefühlt als Liebe. In dem Augenblick war keine Trauer da. Sie kam, kurz danach, aber in diesem Moment war nur die Liebe da. Das war wunderschön und dafür bin ich sehr dankbar.

MIKA – Challenge: Tag 105

Heute bin ich dankbar für den wunderbaren Adventskalender den wir geschickt bekommen haben. Die Post hat es ein paar Tage verzögert, aber heute ist er da und er ist wunderbar. Rührend und persönlich und voller Liebe. Ich bin so dankbar für diese wunderbaren Frauen, die in unser Leben getreten sind und uns auf unserem steinigen Weg begleiten und manchmal eine Brücke über ein besonders tiefes Schlagloch bauen. Es kann das, was passiert ist, nicht ändern. Aber diese lieben Menschen machen es etwas leichter.