Trost

Seitdem du weg bist habe ich dich manchmal gehört, kleiner Schmetterling. Es ist seltsam, denn eingebildet habe ich mir diese Dinge nicht. Zwei Mal habe ich in unserer Wohnung deine kleine Stimme gehört. Ein Mal habe ich dich weinen gehört. Das war kurz nach deinem Tod. Erst dachte ich, dass es der kleine Junge von unten gewesen sei, aber es klang nicht nach ihm und wie ich dann erfuhr, war er auch gar nicht da. Aber ich war mir 100% sicher und ich bin kein Mensch, der sich üblicherweise etwas einbildet. Beim zweiten Mal habe ich dich Brummen gehört, wie du es immer getan hast, wenn du zufrieden warst und dich mitteilen wolltest. Hmmm – hmmm hast du dann immer gemacht. Ich war im Schlafzimmer und ich habe dich aus dem Wohnzimmer gehört. Einbildung? Ich weiß es nicht. Ich glaube es auch nicht. Du hast dich hier in der Wohnung einige Male gezeigt. Einmal, als ich morgens aus der Dusche kam, habe ich mit dir gesprochen. Ich war schrecklich traurig an diesem morgen und habe schon direkt nach dem Aufstehen in der Dusche geweint. Ich habe dir erzählt, wie sehr ich dich vermisse und wie sehr ich dich lieb habe. Und dann habe ich dein Gesicht im Wasserdampf gesehen. Zufall? Ich weiß es nicht. An einem anderen Tag hat es an der Badezimmertür geklopft. Ich dachte dein Schmetterlingspapa stünde vor der Tür und ich hätte vergessen, wieder aufzuschließen. Die Dusche ist direkt neben der Tür und es hat laut und deutlich zwei Mal geklopft. Ich bin platschnass aus der Wanne gestiegen (unsere Dusche ist in der Badewanne) und habe die Tür geöffnet. Nur: sie war nicht abgeschlossen. Und niemand stand davor. Dein Schmetterlingspapa war noch im Bett. Einbildung? Zufall? Solche Dinge sind mir nie zuvor passiert. Natürlich könnte das alles Einbildung sein, geboren aus der Trauer. Aber vor dem Hintergrund der anderen Dinge, die mir seit deinem Tod geschehen sind, glaube ich das nicht. Ich glaube du zeigst dich in diesen kleinen Dingen. Deine Omi war in der Türkei im Urlaub, gemeinsam mit deinem Opi. Sie hat mit dir gesprochen, in einer sternenklaren Nacht. Schaute in den Himmel und sagte: „Na Mika?“ Und genau in dieser Sekunde fiel eine Sternschnuppe herab. Sie hat es mir ganz aufgeregt geschrieben. Zufall? Nein. Glaube ich nicht. Ich bin sicher du bist da und zeigst dich, wenn du kannst. Du hast uns noch viel mehr Zeichen geschickt, und auch andere Menschen haben mir von solchen Begebenheiten erzählt. Ich werde sie nach und nach erzählen. Du bist noch da und du wartest auf uns. Und manchmal, wenn wir ganz traurig sind, dann versuchst du uns zu trösten, mein wunderbarer, lieber kleiner Schmetterling.

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