Tintenschmerz

Heute bringe ich mal die gesamte Chronologie durcheinander. Aber das hat seinen Grund. Denn ich habe mich gestern endlich getraut und habe dich auf meinerHaut verewigen lassen, kleiner Schmetterling. Es war mir seit deinem Tod ein großes Bedürfnis und ich habe mich endlich getraut. Gestern warst du seit genau zwei Monaten vorgegangen und du fehlst, in jeder Sekunde. Dein Schmetterlingspapa hatte gestern Geburtstag und wir hatten uns alles ganz, ganz anders vorgestellt. Wir haben uns auf die ersten Feierlichkeiten mit dir so unendlich gefreut. Aber es ist anders gekommen. Manchmal ist das Leben nicht so, wie wir es uns wünschen. Aber es war ein guter Tag, um das in Angriff zu nehmen, denn dadurch bist du die ganze Zeit sehr präsent gewesen. Du warst vorn morgens bis abends sehr nah bei uns, fast spürbar. Ich war schrecklich nervös, hatte Angst vor den Schmerzen und Angst, es nicht aushalten zu können. Mir war übel und ich konnte morgens kaum etwas essen – so bin ich, du kennst mich gut. Als ich dann auf dem Stuhl saß kamen wieder Zweifel auf. Kann ich das überhaupt schaffen? Was ist, wenn ich abbreche und es hässlich wird? Aber dann habe ich an dich gedacht. An dein wunderbares Lächeln. An dein fröhliches kleines Gesicht, deinen liebenswerten Charakter. Daran, was du ausgehalten hast. Was du ertragen musstest, obwohl du noch so klein warst. Wie du alles abgeschüttelt hast, als sei es nichts gewesen, du tapferer Schmetterling. Ich habe daran gedacht, wie wir deine lange, lange Geburt gemeinsam durchgestanden haben. Ich habe dich so unglaublich klar vor Augen gehabt und mein Herz war warm und leicht. Ich bin mir sicher, du warst bei mir, um mir beizustehen in meiner Angst. Und da hab ich gewusst, dass ich es schaffen kann, dass ich es aushalten kann egal wie schlimm es wird, weil es für dich ist. Für dich kann ich alles aushalten. Und dann war es nicht schlimm. Ja, es ist kein tolles Gefühl. Aber den kurzen Schmerz nimmt man gerne in Kauf, wenn man weiß, wofür. Jetzt trage ich dich nicht mehr nur in meinem Herzen, sondern auch auf meiner Haut. Wo dich jeder sehen kann. Und ich werde dich mit stolz zeigen und aller Welt sagen: Ja. Ich habe ein Kind. Mein Schmetterlingskind. Mein Mika Schmetterling. Ich habe ihn nicht an meiner Hand, denn er fliegt im Himmel. Ihr könnt ihn nicht sehen, aber er ist da. Und er ist ein wunderbarer Junge, mit einem großen Herzen und den schönsten, klarsten blauen Augen, die man sich vorstellen kann. Und ihr wenn ihr ihn kennen gelernt hättet, dann wärt ihr genauso verliebt wie ich.Tattoo Mika

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3 Gedanken zu “Tintenschmerz

  1. Ich finde das Tattoo sehr schön. Ich habe mir bislang nach jedem einschneidenden Ereignis mir auch immer eins stechen lassen. Und es hat mir sehr bei der Trauerarbeit geholfen. Aktuell wird das nächste geplant

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