Mika – Challenge: Teil 3

MIKA – Challenge: Tag 11

Ich bin dankbar dafür, dass ich Spaß hatte. Tatsächlich und wahrhaftig habe ich gestern und vorgestern Abend Spaß gehabt und gelacht. Klar ist der Schmerz immer ganz nah und ich habe mich sogar ein bisschen schlecht gefühlt, weil ich gelacht habe, aber es geht. Das gibt mir Hoffnung, dass das was mir gesagt wurde stimmt und es irgendwann anfängt in den Hintergrund zu treten. Vielleicht noch nicht heute oder morgen, vielleicht auch noch nicht in 2 Wochen oder einem Monat, aber irgendwann. Ich werd dich immer vermissen Mika, aber vielleicht werd ich Spaß haben und dich dabei im Herzen tragen, wenn ich dich schon nicht mehr in den Armen tragen kann.

MIKA – Challenge: Tag 12

So komisch es ist, so spezifisch zu sein in dem wofür ich dankbar bin, bin ich heute dankbar für unseren Pfarrer. Ich bin nie ein Mensch gewesen, der einen besonderen Bezug zur Kirche hatte, aber hätte ich einen solchen Pfarrer gehabt, wäre das vielleicht anders gewesen. Er kennt Sebastian schon lange, hat uns getraut und sich mit uns gefreut und auch jetzt hat er mit uns geweint, uns Trost gespendet, findet immer die richtigen Worte und ist schlicht und ergreifend ein sehr sehr netter Mensch. Er kann auch mal sagen wenn wirklich alles scheiße ist, kommt nicht mit Platitüden daher, ist offen, ehrlich und authentisch. Er ist ebensoviel Psychologe wie Pfarrer und wenn er uns wieder verlässt, fühle ich mich immer besser. Er hat Ideen wo der eigene Kopf leer ist und findet Lösungen, wo man keine sehen kann. Wer hätte gedacht, dass ich mal froh bin, dass mich ein Pfarrer besucht? Auch wenn meine Beziehung zum Glauben durchaus eine komplizierte ist, so macht er alles doch ziemlich einfach.

MIKA – Challenge: Tag 13

Heute bin ich dankbar für eine Geschichte, die ich von einer lieben Himmelskindmama geschickt bekommen habe und die mich tröstet, weil sie so passend ist. Ich will sie deshalb gerne teilen.

Der ungebetene Gast

Die Trauer ist ein unerwarteter Gast.
Eines schönen Tages klopft sie an Deine Tür und fragt nicht erst, ob sie hereinkommen darf, sondern sie setzt sich mitten in Dein Wohnzimmer und macht es sich bequem und gemütlich.
Am Anfang denkt man sich *nun gut, irgendwo muss sie ja sein* und bleibt gastfreundlich.
Dann kommt der Punkt, wo man sich denkt *nun könnte sie aber mal langsam wieder gehen* und versucht, mit allerlei diplomatischen und weniger diplomatischen Mitteln, sie dazuzubringen, aufzustehen und sich zu verabschieden, weil man gern mal wieder für sich sein möchte.
Aber nein, sie hockt da, stumm und unversöhnlich und bewegt sich kein bisschen vom Fleck.
Du versuchst sie rauszuzerren, rauszuekeln – aber sie sitzt da einfach.
Jeden Tag versuchst Du es wieder, doch wie ein Sack nasser Zement thront sie auf Deinem Sofa und schaut Dir die ganze Zeit über die Schulter. Du fühlst Dich beobachtet und unwohl – aber sie sitzt da einfach.
Und schweigt.
Und wartet.
Und Du weisst nicht mal worauf, geschweige denn wie lang.
Und noch ein Tag und noch ein Versuch, sie zum gehen zu bewegen.
Herrgott, in unserer modernen Welt muss es doch möglich sein, der Lage Herr zu werden!
Aber nein, dieses Ding hockt da wie eine Spinne im Netz und wartet.

Ok, raus will sie nicht.
In Deinem Wohnzimmer ist zuwenig Platz.
Also fängst Du an, Dich an sie zu gewöhnen. Stellst den Tisch ein bisschen weiter da und den Stuhl ein bisschen weiter dort – und nun sitzt sie zwar noch immer da, aber nicht mehr in der Mitte.
AHA! – denkst Du Dir!
Ich kann sie nicht zum Gehen bewegen – aber ich kann mich um sie herum bewegen.
Ein bisschen Möbel umstellen, ein bisschen Perspektive wechseln und schon sieht sie nicht mehr so bedrohlich aus. Tatsächlich kannst Du sogar um sie herumgehen und sie von hinten anschauen – unspektakulär..
Weitere Tage vergehen und sie setzt schon langsam ein bisschen Staub an, bis sie sich plötzlich wieder mal schüttelt, eine Trauer-Staubwolke aufsteigt und Dich einhüllt. *hust*
Du stellst den Tisch noch ein bisschen mehr dort und den Stuhl noch ein bisschen mehr da, und auf einmal ist sie nur noch der Rand Deines Wohnzimmers und nicht mehr das Zentrum.
Aber sie sitzt noch immer da.
Manchmal wirft sie Dir einen vorwurfsvollen Blick zu und Du fühlst dich versucht, sie wieder in die Mitte auszurichten.
Manchmal schüttelt sie sich und hüllt Dich in eine Staubwolke…
Aber irgendwann ist sie so eins geworden mit Deinem Wohnzimmer, dass Du sie nicht mal mehr siehst, ausser wenn sie sich grad schüttelt.Und das wird sie immer wieder tun.

Doch so hast Du aus der Not eine Tugend gemacht und dank dem ungebetenen Gast, der nicht mehr gehen wollte, eine ganz neue Perspektive in Dein Leben gebracht.
Und würde man nun die Trauer aus Deinem Wohnzimmer entfernen – so würde ein hässlicher , kahler Fleck bleiben…..

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