Dunkeltage

Es gibt diese Dunkeltage. Die schlimmen. Wo jeder Atemzug, jeder Herzschlag und jeder Schritt deinen Namen mit sich trägt und wie ein Messer ist. Heute ist so ein Tag. Wo alle Gedanken dich in sich tragen und schmerzhaft, unglaublich schmerzhaft sind. Ich sehe deine Bilder und es tut weh. Ich schaue deine Videos an und es tut weh. Ich sehe nach draußen, sehe dass es schön ist und sonnig, aber alles tut nur weh. Weil ichs nicht mit dir erleben kann. Weil ich dich nicht bei mir haben kann. Weil du einfach weg bist und in meinem Herz ein Loch ist, das deine Form hat und das nie mehr heilen wird. Der Schmerz ist mein düsterer Begleiter. Ich begrüße ihn morgens wie einen alten Bekannten. Ich verabschiede mich abends von ihm für die Nacht. Denn im Schlaf bin ich verschont, die Nacht ist gnädig. Im Schlaf ist alles in Ordnung. Da kann ich bei dir sein, und du bei mir. Ich habe gelesen, der Schmerz ist der Preis der Liebe. Und er ist teuer. Es sollte mich nicht wundern, denn je mehr man jemanden liebt, desto mehr schmerzt es, wenn er nicht bei einem ist. Dennoch bin ich manchmal erstaunt, wie viel Schmerz wir aushalten können, ohne einfach zu sterben. Und immer die große Frage: Warum? Warum durftest du nicht leben? Warum musstest du schon so früh gehen? Warum? Ich wollte doch so viel mit dir machen. Wir wollten dich doch für immer bei uns haben. Für immer lieben. Warum? Womit hast du, haben wir, das verdient? Und alle Warums bleiben offen stehen, weil es auf sie keine Antwort gibt. Das Leben ist nicht fair. Das steht nicht im Vertrag. Das Leben ist  manchmal beschissen willkürlich und unfair. Mit solchen Tagen wie heut müssen wir zu leben lernen, dein Schmetterlingspapa und ich. Wir müssen den Schmerz begrüßen als den alten Bekannten, der er ist. Ihn zulassen. Weinen, schreien. Warum fragen. Mit dem Schicksal hadern. Vermissen. Alles hassen manchmal. Und dann weitermachen. Für uns und für dich. Den Tag irgendwie rumkriegen. Denn morgen ist ein neuer Tag. Wir sind auf dem Weg zu dir. Unaufhaltsam. Jeder Tag bringt uns dir wieder ein Stück näher. Es ist unsere Verantwortung wie wir unseren Weg zu dir gestalten. Wir können lethargisch werden und warten, bis es so weit ist. Oder wir können unseren Rücken strecken, unseren Kopf aufrichten, und wieder aufstehen. Unser düsterer Begleiter wird uns immer mal wieder niederstrecken, erwartet oder unerwartet. Aber wir können aufstehen, uns den Staub von den Klamotten klopfen und sagen: „Hallo, ich sehe du bist noch da. Das ist okay.“ Ich habe so sehr geliebt, und bin bereit diesen Preis zu zahlen. Ich werde mein ganzes Leben lang um dich trauern, mein Schmetterling, mal mehr und mal weniger intensiv. Das wird nie mehr aufhören. Aber das ist in Ordnung. Ich werde meinen düsteren Begleiter in die Arme schließen, denn wenn er das ist, was neben den Erinnerungen und der Liebe von dir bleibt, dann ist er nicht nur ein Bekannter, sondern er ist ein Freund.

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2 Gedanken zu “Dunkeltage

  1. Wow, das war..wunderschön. Ich wünsche dir viel Glück auf deinem Weg zu ihm und die Kraft das durchzustehen, mit erhobenem Haupt und vielleicht sogar einem Lächeln im Gesicht. Alles Glück der Welt für dich, meine Liebe.

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    1. Vielen lieben Dank. Der Weg wird wahrscheinlich noch lang sein und mit Sicherheit meistens nicht so einfach, denn die Bürde dessen, was passiert ist, vergeht nicht. Aber ich bin sicher es wird immer wieder auch ein Lächeln dabei sein. Und nach einem dunklen Tag kommt auch immer irgendwann wieder ein hellerer.

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