Arbeitsdiagnose: wird schon wieder.

Als wir im Krankenhaus angekommen sind wusste man sofort, dass mit dir irgendwas gravierendes nicht richtig ist. Du hast so schlimm gewürgt vorn an der Anmeldung, dass man uns gar nicht erst ins Wartezimmer gelassen hat. Wir haben uns an der Seite hingesetzt und du solltest sofort drankommen, wenn der Arzt frei ist. Ich habe so, so geweint. Ich hatte so viel Angst um dich. Der Arzt hat dich kurz angesehen, deine Augen, deine Haut, deinen Mund, hat ein paar Fragen gestellt und uns dann gesagt, dass du aufgenommen werden musst. Magen-Darm Grippe wahrscheinlich. Vielleicht Noro-Virus. Wird schon wieder. Erste Anzeichen einer Dehydrierung waren schon zu erkennen. Deine Lippen waren trocken, rau, und deine Haut war schlaff. Wir mussten wieder warten, auf die Aufnahme. Und du hast wieder und wieder so schlimm gebrochen. Du hast mir so leid getan. Ich hätte dir so gern geholfen, aber ich konnte dich nur halten und dir gut zureden, damit du keine Angst hattest. Es war so schwer, die eigene Angst niederzukämpfen und dich nicht merken zu lassen wie ernst es war. Nach dem Erbrechen bist du oft sofort eingeschlafen oder hast das Bewusstsein verloren, so genau war das nicht zu erkennen. Wir dachten du seist einfach schrecklich erschöpft. Dann waren wir endlich dran. Ich habe mich direkt mit aufnehmen lassen um bei dir sein zu können, kleiner Schmetterling. Du musstest einen Tropf bekommen, in dein kleines Köpfchen haben sie gestochen. Dein Papa musste dir helfen, ich musste mich setzen und Wasser trinken. Mein Kreilauf wollte das nicht mehr mitmachen. Du hast so schlimm geweint, es hat dir so weh getan. Wir konnten es kaum aushalten. Danach haben wir dich ganz fest in den Arm genommen, gewiegt und beruhigt. Wir haben dann ein Zimmer bekommen und du einen Tropf. Du hast noch einige Male erbrochen. Immer wieder. Dein Papa hat uns Sachen geholt, dir und mir. Dann kam die Nacht und er musste nach Haus fahren. Es war so schwierig dich zum Schlafen zu bekommen, warst du doch daran gewöhnt in den Schlaf gestillt zu werden. Aber ich habe dich gestreichelt und umarmt und irgendwann bist du dann eingeschlafen. Immer wieder bist du nachts warch geworden und ich auch, weil du Angst hattest. Du kanntest ja dieses Bett gar nicht. Morgens habe ich dich irgendwann aus deinem Bettchen genommen und unten in meines gelegt und dich ganz eng an mich gedrückt. So konntest du dann endlich ruhig schlafen, ganz nah bei mir. Und Schlaf und Erholung hast du dringend gebraucht, bei dem was in den nächsten Tagen noch alles folgen sollte.

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