Lichtgeschwindigkeit

Eine Sache ist sicher, du hast deinem Namensvetter aus dem Rennsport alle Ehre gemacht. Denn eins warst du immer: schnell. Schnell, schnell, drehen lernen, schnell greifen lernen, schnell lächeln lernen, schnell schnell schnell. Mit drei Wochen hast du angefangen, dich auf die Seite zu drehen. Ich dachte mich trifft der Schlag. Du hast deine kleinen Ärmchen und Beinchen hochgereckt und dich auf die Seite fallen lassen. Du hast von Anfang an deinen Kopf gehalten. Du warst ein richtig starker Kerl. Als du begonnen hast zielgerichtet zu greifen hat man mir gesagt ich bilde mir das ein, das könne noch nicht sein. Und doch hast du es gemacht und ich habe es gesehen. Als du dich das erste Mal herumgedreht hast hast du mich verschmitzt von unten angeschaut als wolltest du sagen: schau mal was ich kann. Mika auf dem BauchDas Bild ist verschwommen, aber ich liebe es. Mit knapp 4 Monaten hast du begonnen, empathisch zu sein. Es ist unglaublich, hatte ich doch gelernt das lernst du so mit 3. Ich war sehr traurig an dem Tag und habe geweint. Und was machst du? Du bist nicht unruhig, du weinst nicht. Nein, du schaust mich an und lächelst mich an. Mama, sei nicht traurig, hat das Lächeln gesagt. Es hat mir fast das Herz zerrissen, dieses Lächeln. Und dass es keine Einbildung war habe ich danach viele Male sehen dürfen, das letzte Mal war dein Abschiedsgruß. Aber davon will ich jetzt noch nicht sprechen. Jetzt soll es darum gehen, was du für ein Rennfahrer auf der Lebensstrecke warst. Mit 5 Monaten hast du noch im Krankenhaus den Pinzettengriff gelernt, auf einmal war er da. Unglaublich wie schnell du sein wolltest. Manchmal, noch bevor alles passiert ist, habe ich dich manchmal gefragt: „Warum willst du denn nicht klein sein?“. Jetzt weiß ich es. Du wusstest, du hast keine Zeit zu verlieren. Deshalb bist du gerannt, durch alle Entwicklungsschritte. Wie ein Blitz. Und das unglaublichste daran ist: das Monster in deinem Kopf war ja schon da. Du hättest langsam sein sollen, entwicklungsverzögert. Besonders in der Motorik. Aber du kleiner, tapferer Junge hast dem Monster den Finger gezeigt und gesagt: interessiert mich nicht was du da machst. Du kannst mich nicht ausbremsen. Mein kleiner Kämpfer, ich hab es dir oft gesagt, ich bin so unendlich stolz auf dich. Du hast dein kleines Leben in vollen Zügen ausgenutzt, mit vollen Händen deine Zuneigung ausgeschüttet und ich bin so froh, dass wir dich dabei begleiten durften, dein Schmetterlingspapa und ich.

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